Ahorn geschädigt: Nach Anzeige der Stadt Uelzen bestellen Ermittler sieben Eschenkamp-Bewohner ein

Baumschnitt wird Fall für Kriminalpolizei

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Die Ahornbäume wurden 2000 gepflanzt. Manche wachsen ohne Schnitt in die Höhe...

Uelzen. Die Kriminalpolizei in Uelzen hat sich derzeit mit Fragen zum Baumschnitt zu beschäftigen: Sieben Anwohner der Straße Eschenkamp wurden in den vergangenen Tagen von Ermittlern einbestellt, weil die Stadt Uelzen Anzeige erstattet hat.

Der Vorwurf: unerlaubter und unsachgemäßer Schnitt von Ahornbäumen an der Straße.

Wie die Stadt gegenüber der AZ erklärt, seien sogenannte Leibtriebe abgesägt und die Bäume in ihrem Wachstum erheblich beeinträchtigt worden. Es würden nun zahlreiche Aufbauschnitte nötig, die zusätzliche Kosten von 4500 Euro nach sich ziehen würden. Wie aus Vorladungen hervorgeht, soll in der Zeit vom 1. August 2014 bis zum 19. Januar 2015 den Bäumen zu Leibe gerückt worden sein.

...andere wurden gestutzt. Das Blätterkleid dieser Bäume ist kugelförmig.

Beim Blick in die Baumreihen ist deutlich zu erkennen, dass es einen Baumschnitt gegeben haben muss – vorgeladene Anwohner haben sich, wie sie im AZ-Gespräch sagten, bei der Anhörung zu der Frage, wer zu Säge und Baumschere griff, nicht geäußert. Gegenüber der AZ haben sie aber eines deutlich zum Ausdruck gebracht: Die Stadt als Eigentümerin der Bäume könne es nicht gewesen sein. Denn „die Stadt hat bisher nichts getan“, sagt einer der Anlieger. Dabei, so ein anderer Eschenkamp-Bewohner, habe es mehrere Anrufe bei der Stadt gegeben, um darauf hinzuweisen, dass ein Schnitt mittlerweile nötig sei, um die Bäume zu erhalten und einen übermäßigen Blattfall im Herbst zu unterbinden. „Die Stadt reagierte nicht. Es hieß, man habe kein Geld dafür.“

Die Stadt erklärt zur Pflege der Allee: „Die Bäume wurden im Jahr 2000 gepflanzt, danach gewässert, kontrolliert und nach dem Anwachsen die Baumpfähle entfernt. Danach war die Wachstumsphase vorgesehen.“ Für 2015, also nach den unerlaubten Baumschnitten, erfolge ein Aufbauschnitt und anschließend die jährliche Baumkontrolle.

Bei der Polizei wird die Anzeige der Stadt als „Sonstige Sachbeschädigung an Straßen, Wegen und Plätzen geführt“ – ein Tatvorwurf, der nach dem Strafgesetzbuch mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Geht es nach der Staatsanwaltschaft in Lüneburg, werden die Ermittlungen fortgesetzt. Die Anzeige sei von der Staatsanwaltschaft geprüft und auch als verfolgungswürdig eingestuft worden, sagt Polizeisprecher Kai Richter.

Fraglich ist jedoch, ob Anlieger der Straße tatsächlich mit einer Strafe rechnen müssen. Die Stadt kündigte an, die Anzeige wieder zurücknehmen zu wollen. Nach einer Erörterung mit der Polizei habe man sich dazu entschieden, so Stadtsprecherin Ute Krüger. Zur Aufklärung würde ein erheblicher Ermittlungsaufwand entstehen, der, bezogen auf den konkreten Tatvorwurf, nicht gerechtfertigt wäre.

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