Grundstückseigentümer an der Alewinstraße streiten sich um Kostenübernahme für Sturmschaden

Baumkontrolle ist besser

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Ein großer Ast einer Birke war am späten Abend des 28. Juli an der Uelzener Alewinstraße zu Boden ge- stürzt und hatte den Zaun eines Nachbargrundstücks beschädigt – die betroffenen Grundstückseigen- tümer streiten jetzt, wer für den Schaden aufkommen muss.

Uelzen. Die Zeit der Herbststürme steht kurz bevor. Und manchem Eigentümer sei angeraten, den Zustand der Bäume auf seinem Grundstück genau unter die Lupe zu nehmen.

Denn welche Irrungen und Wirrungen es geben kann, sollte es zu einem Sturmschaden kommen, zeigt ein aktueller Fall im Stadtgebiet Uelzen.

So hatte, wie damals berichtet, ein Sturm am späten Abend des 28. Juli dieses Jahres eine Windhose einen Ast von einer Birke gerissen. Der Ast wiederum hatte den Zaun eines Nachbargrundstücks beschädigt. Der Besitzer des Baumes – die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Uelzen – und der Besitzer des Zauns – Frank Nierath – zanken sich nun darum, wer den Schaden bezahlen soll.

Frank Nierath wundert sich vor allem über die Argumentation, die ihm seitens der WBG zu dieser Sache entgegengebracht worden sei: „Wäre ich in den Baum gekrabbelt und hätte ihn auf irgendwelche Schäden kontrolliert, die ich auch nachweisen könnte, dann hätte die Wohnungsbaugenossenschaft den Schaden übernommen, wurde mir gesagt“, berichtet er der AZ und findet das „abenteuerlich“. Schließlich dürfe er doch nicht einfach auf fremden Grundstücken herumlaufen, geschweige denn, in dortige Bäume zur Kontrolle derselben klettern.

Laut Kostenvoranschlag seien 8000 Euro für die Wiederherstellung seines Zauns fällig, sagt Frank Nierath. Doch Wolfgang Niebuhr vom Vorstand der WBG macht unmissverständlich klar, das man diese Ersatzvornahme ablehnen werde. Schließlich gelte der Grundsatz, dass die Eigenversicherung vor der Fremdversicherung greife. Das bedeutet: Im Falle eines Sturmschadens handelt es sich um höhere Gewalt, bei der in der Regel die Gebäudeversicherung des Geschädigten tätig wird. Die Haftpflicht – in diesem Fall die des Eigentümers des Baumes – greife da nicht, so Niebuhr. Und das bestätigt auch die Versicherung der WBG auf AZ-Nachfrage.

Anders liege die Sache, sollte nachgewiesen werden können, dass die Birke morsch gewesen sei. War sie aber nicht, versichert Wolfgang Niebuhr. „Die war tipptopp.“ Das habe ein Baumkletterer, der nach der Sturmnacht den Baum begutachtet und abgetragen habe, so gesagt. Und die Wohnungsbaugenossenschaft werde sich das auch noch einmal schriftlich bestätigen lassen, so Niebuhr.

Dass einer seiner Mitarbeiter dem Geschädigten die Sache mit dem In-die-Birke-Klettern geraten habe, kann sich der WBG-Vorstand nicht so recht vorstellen. Gemeint damit sei auf jeden Fall gewesen, dass die WBG nur dann für den Schaden aufkommen müsse, wenn Frank Nierath in diesem Fall hätte nachweisen können, dass die Birke schadhaft gewesen sei. Wäre dies nachzuweisen, müsste die Haftpflichtversicherung den Schaden begleichen, weil die WBG ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen wäre. Dem sei aber nicht so, versichern Wolfgang Niebuhr und die Versicherung der Wohnungsbaugenossenschaft.

„Wenn wir etwas bezahlen müssen, dann machen wir das auch“, betont der WBG-Vorstand. In diesem Fall aber sei aus seiner Sicht die Rechtslage eindeutig und das bestätigten auch hauseigene Juristen. Frank Nierath indes will erst einmal für die Reparatur des Zauns „eine kleine Lösung“ finden, so lange die Kostenübernahme nicht geklärt sei.

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