Zwei Bereiche im Stadtwald zur Auswahl / Verwaltung stellt Varianten für Ruheforst im Frühjahr vor

Baumbestattung am Fischerhof?

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Ob „Friedwald“ oder „Ruheforst“: Für jede Baumbestattung wird ein Schild am Stamm angebracht. In Uelzen prüft die Stadt eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer und der Ruheforst GmbH.

Uelzen. Der Uelzener Stadtwald im Bereich Fischerhof wird vielleicht künftig für Baumbestattungen genutzt. Die Stadt Uelzen hat in Absprache mit der Landwirtschaftskammer zwei Areale im Stadtwald in die nähere Auswahl genommen.

Der Fischerhof eignet sich aus Sicht der Stadt besonders für einen Waldfriedhof des Betreibers Ruheforst GmbH.

„Die Landwirtschaftskammer und Ruheforst haben ein hohes Interesse daran, im Stadtgebiet eine solche Möglichkeit anzubieten“, erklärt Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull. Eine Kooperation mit dem Unternehmen Friedwald eigne sich indes nicht, da dieses auf Ruhestätten im staatlichen Wald ausgerichtet sei, erläutert er. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte vor anderthalb Jahren einen Kooperationsvertrag mit Ruheforst abgeschlossen. Wie die Einnahmen dann verteilt würden, müsse noch abgesprochen werden, sagt Scheele-Krogull.

Zudem prüft die Stadt das Angebot eines privaten Waldbesitzers aus Holdenstedt, der eine Fläche für Bestattungen zur Verfügung stellen würde. Für diesen Fall will die Verwaltung prüfen, welche Risiken die Stadt einginge, da für 99 Jahre im Voraus kalkuliert werden müsse.

Die Option, dass die Stadt selbst auf eigenen Flächen einen Friedhof im Wald betreiben würde, steht nach Ansicht von Scheele-Krogull hinten an. Dennoch soll auch diese Vari-ante geprüft werden. Im Frühjahr sollen sich die zuständigen Fachausschüsse damit auseinandersetzen, um schließlich im Rat über eine entsprechende Satzung zu entscheiden.

Scheele-Krogull ist überzeugt, dass noch in diesem Jahr eine solche Ruhestätte geschaffen werden muss. „Der Bedarf ist da“, sagt er. Derzeit gebe es zu 50 Prozent Sarg- und zu 50 Prozent Urnenbeisetzungen. Zehn Prozent der Urnenbestattungen wiederum könnten auf den Wald entfallen, vermutet der Stadtbaurat. Er rechnet deshalb mit 50 Bestattungen pro Jahr. Dabei sollen bis zu zwölf Urnen um jeweils einen Baum herum beigesetzt werden.

Die Forderung eines Bestattungswaldes war auch bei der Wunschbaumaktion im Rathaus geäußert worden. „Diesem Wunsch wollen wir nachkommen“, sagt Bürgermeister Otto Lukat, „wir halten das auch für richtig.“ Derzeit gehe es aber noch darum, zu untersuchen, welche Auswirkungen durch Baumbestattungen im Stadtgebiet zu erwarten seien – für die Stadt Uelzen und zum Beispiel auch für den Friedhofsverband als Träger der Friedhöfe der Kirchengemeinden. Dieser hatte sich, wie berichtet, dagegen entschieden, einen solchen Bestattungswald zu betreiben.

Von Diane Baatani

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