Neubaugebiete sind nicht mehr angesagt wie früher

Bauherren zieht es in die Stadt

+
Auch hier wird bald gebaut: Die ehemalige Tennisanlage am Ostring gehört zu den beliebten Adressen am Rande der Uelzener Innenstadt.

Uelzen. Es gab noch Zeiten, da wurden freie Baugrundstücke der Uelzener Stadtverwaltung förmlich aus den Händen gerissen.

„Vor zehn Jahren haben wir noch 89 Grundstücke veräußert, doch seitdem ging es konstant bergab“, bilanzierte Baudezernent Karsten Scheele-Krogull am Donnerstagabend vor dem städtischen Bauausschuss. Die Talfahrt in Zahlen: 2003 wurden noch 76 Baugrundstücke verkauft, 2005 waren es 32 – bis zum Jahr 2009 sank die Zahl unter 10. Seit zwei Jahren aber ist die Abwärtsspirale durchbrochen: Baugebiete sind wieder begehrt – allerdings weniger in den Ortsteilen, als vielmehr rund um die Innenstadt.

„Wir sind aus dem Tief der Vermarktung heraus“, sagt Scheele-Krogull. Allerdings müsse man dem veränderten Bedarf Rechnung tragen: „Die Nachfrage nach unmittelbarer Stadtnähe wächst, ungeachtet deutlich höherer Grundstückspreise dort“. Ein Grund seien die kurzen Wege, „eigens für weite Fahrten ins Neubaugebiet ein zweites Auto zu unterhalten, wollen viele möglichst vermeiden“.

Dafür nehmen die Interessenten auch deutlich höhere Preise in Kauf. So liegen in den Ortsteilen die Quadratmeterpreise fürs Bauland zwischen 30 und 47 Euro, während für innerstädtisches Bauland durchaus 90 Euro berappt werden muss. „Das schreckt aber keinen, die Nachfrage ist dennoch enorm“, erklärt der Baudezernent.

Lob gab es vom Ausschuss für die Neubauten an der Niendorfer Straße, konkrete Projekte hat die Stadtverwaltung am Dachsgang (Königsbergviertel) sowie am Ostring in Planung. Dort soll an der Bernhard-Nigebur-Straße das frühere Gelände des Tennisclubs bebaut werden. Auch für den Hagenskamp südlich des Klinikums gibt es Pläne. Ein Kernproblem für weitere Projekte sei aber der Umstand, dass viele in Frage kommende Grundstücke in privater Hand seien, so Scheele-Krogull. „Da sind wir auf die Kooperation der Besitzer angewiesen.“

Doch auch in Ortsteilen sind noch Bauplätze frei, für die die Stadt auf Interessenten hofft.So etwa am Rießelkamp 2, in Holdenstedt und Riestedt.

Von Thomas Mitzlaff

Kommentare