Bauerndorf wird Stadtgemeinde

Karate, Jazzdance und Turnen: Die Mitglieder des SV Holdenstedt präsentierten am Jubiläums-Wochenende ihr Können.

Uelzen-Holdenstedt - Von Barbara Kaiser. Die Frage von Ortsbürgermeisterin Brigitte Schufmann, wer eigentlich von den vielen ehrenamtliche Helfern zuständig für das Wetter gewesen sei, stellte sich zu Recht. Der eine oder andere Regenschauer vor und die Eiseskälte in dem Festzelt waren die Negativschlagzeilen des Jubiläumswochenendes. Ansonsten jedoch sahen die zahllosen Aktivitäten an den drei Tagen viele Besucher. Ob auf der Festwiese am Schützenhaus oder zum sonntäglichen Gottesdienst im Zelt, die Holdenstedter feierten sich und ihr Dorf.

Beim Festakt am Vormittag des Sonnabend war die Liste der Gratulanten lang, „weil man einen Geburtstag ja nicht alleine feiern will“, so Schufmann in ihrer Begrüßung.

Alle Redner bespiegelten sich irgendwie selbst, um dann jedoch immer zu einem Credo zu finden, das Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen am schönsten auszudrücken vermochte: „Jahrtausendstark“ sei der Ort, sagte er in Anlehnung an Lüneburgs Werbespruch, und er konstatierte „Vertrauen, Solidarität und Nächstenliebe“, die bereits vor 950 Jahren Garanten für ein Miteinander gewesen sein müssten. „Achtung voreinander, Rücksicht aufeinander und Eintreten füreinander“ seien die gar nicht unmodernen Kriterien für eine gelebte Dorfgemeinschaft, wie sie in Holdenstedt vorhanden ist, so der Redner weiter.

Festredner Bernd Manning stellte sein Publikum auf eine harte Probe, verlor er sich doch in den Weiten der Geschichte, vor allem der globalen des elften Jahrhunderts. In Ermangelung von Nachrichten aus dem soeben gegründeten „Hollenstede“ übrigens. Am Ende aber bekam er den Bogen zwischen der ersten urkundlichen Erwähnung am 8. Mai 1060, demselben Maitag anno 1945 und dem Festakt-Sonnabend geschlagen, nicht ohne dabei mehrmals und sehr lobend dem Initiator der lesenswerten Chronik zu diesem Jahrestag, Walter Hillmer, Dank zu sagen.

Seit 30 Jahren trug Hillmer sich mit dieser Idee, die er nun endlich verwirklicht sehen konnte. Das symbolische erste Exemplar ging an die Ortsbürgermeisterin, die alle ihre Bürger nachdrücklich zum Feiern „des großen Tages für unseren Ort“ einlud.

Dass Holdenstedt, seit 1972 Ortsteil der Stadt Uelzen, „wächst, blüht und gedeiht“, so Martin Oesterley für den Landkreis, hatten alle Grußwortredner bestätigt. Dass der Ort, allen meteorologischen Unbilden zu Trotz, auch zu feiern versteht, erwies sich am Wochenende.

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