Haben Verwandte geholfen, Geld zu sichern?

Bankraub in Westerweyhe: Mögliche Mittäter vor Gericht

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Mit gezücktem Gewehr forderten die Täter das Geld. Sie sind inzwischen verurteilt. Nun geht es um mögliche Mittäter.

Lüneburg / Uelzen-Westerweyhe. Mit einem Gewehr werden die Bankangestellten bedroht: Am 21. März 2014 überfallen vier junge Männer die Sparkasse in Westerweyhe. Inzwischen sind die Täter teils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Nun stehen zwei mutmaßliche Mittäter vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Beihilfe zum Raub vor.

Bei den Angeklagten handelt es sich um den Bruder und den Vater von einem der überführten und schon verurteilten Bankräuber. Sie sollen von den Plänen der vier gewusst und nach dem Überfall geholfen haben, die Beute zu sichern. 12 000 Euro waren bei dem Banküberfall erbeutet worden.

Sowohl der Vater als auch der Bruder räumten gestern ein, unmittelbar nach dem Überfall Kontakt zu den Tätern aufgenommen zu haben, die nach dem Überfall mit einem Golf auf der Flucht waren. „Ich hatte bemerkt, dass mein Golf nicht mehr bei meinen Eltern in der Einfahrt stand und der Schlüssel weg war“, erzählt der der Bruder des zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Bankräubers vor Gericht. „Da zählte ich eins und eins zusammen.“ Am Vorabend habe er am Küchentisch dahingeredete Ideen über einen Bankraub vernommen. „Ich erreichte meinen Bruder auf dem Handy, der mir sofort sagte, dass sie auf der Flucht seien“, erzählt der Angeklagte weiter. Er und sein Vater hätten sich dann in einem dunkelblauen BMW auf den Weg gemacht und die „Golf-Besatzung“ auf einem Feldweg getroffen. Nach beiden Fahrzeugen wurde nach dem Raubüberfall großräumig gefahndet.

„Ich setzte mich ans Steuer des Golfs, während mein Bruder zu seinem Vater ins Auto musste“, so der Angeklagte. „Da lagen die Tasche mit der Beute und die Schrotflinte auf dem Rücksitz.“

Die Kammer des Landgerichtes hat zu Beginn des Prozesses auch einen sogenannten Deal angeboten. Sollten die Angeklagten ein überprüfbares Geständnis ablegen, gelte ein verbindlicher Strafrahmen. Verteidigerin Angelika Bode wies das Angebot zurück, Verteidiger Dr. Holger Nitz erklärte, dass herauszuarbeiten sei, ob es sich bei den Tatbeiträgen der Angeklagten um Beihilfe zum Raub oder lediglich um eine Begünstigung der Tat handelt, die nach dem Strafgesetzbuch milder bestraft wird. Der Prozess wird Ende des Monats fortgesetzt. Es sind sieben weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Von Angelika Jansen

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