Stammgast unter Verdacht

Bankräuber von Westerweyhe jetzt wegen Spielhallen-Überfalls vor Gericht

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Ein Bildvon der Überwachungskamera: Zwei der Bankräuber von Westerweyhe trugen Malerhosen, um nicht so leicht identifizierbar zu sein – einer von ihnen war Sascha T.

tm Uelzen/Lüneburg. Am 21. März 2014 raubte er mit Komplizen die Sparkasse Westerweyhe aus, keine drei Monate später soll Sascha T. mit einem anderen Mittäter eine Spielhalle an der Uelzener Hansestraße überfallen haben – das zumindest wirft die Staatsanwaltschaft dem 29-jährigen Uelzener vor.

Seit gestern müssen sich T. sowie der 24 Jahre alte Steven G. deshalb vor dem Landgericht Lüneburg verantworten – sie schweigen zu dem Vorwurf.

Laut Anklage hatten die beiden am frühen Morgen des 15. Juni 2014 die Spielhalle mit Pistolen bewaffnet heimgesucht und rund 1100 Euro erbeutet. Zwei Tage später klickten bei Sascha T. die Handschellen – kurioserweise nicht wegen des Spielhallenüberfalls, sondern wegen des Bankraubes. Wegen des letzteren sitzt er derzeit eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten ab. Die Verbindungen zu dem Spielhallenüberfall konnte die Polizei erst später ziehen.

Es war bereits der zweite Überfall auf die Spielhalle an der Hansestraße im Jahr 2014. Und die Verbindungen zwischen Personen aus dem Dunstkreis des Banküberfalls und der Spielhalle sind auffällig: Denn Sascha T. war selbst Stammkunde in der Spielhalle und zufällig als Gast anwesend, als diese am 28. Januar 2014 das erste Mal überfallen worden war. Angeklagt deshalb waren im Februar dieses Jahres zwei Männer, die ebenfalls Kontakte in das Umfeld der Bankräuber hatten und Kunden der Spielhalle waren – sie wurden angesichts eines kaum zu entwirrenden Knäuels an widersprüchlichen Aussagen freigesprochen.

Dass Besucher ihre Stamm-Spielhalle überfallen und das hohe Risiko eingehen, erkannt zu werden, ist nur eine der Fragen, die sich die 2. Große Strafkammer derzeit stellt. Denn die Beweislage erscheint zumindest am gestrigen ersten Verhandlungstag dünn. So kann die Spielhallenangestellte, die auch schon beim ersten Überfall das Opfer war, weder den sichergestellten Rucksack noch die Sturmhaube wiedererkennen.

Heute wird der Prozess fortgesetzt – als Zeugen geladen: Weitere Personen aus dem Umfeld der Bankräuber; darunter auch jener Mann, der beim Überfall auf die Sparkasse das Fluchtfahrzeug lenkte. Das Gericht hat zunächst acht Verhandlungstage angesetzt, um die Umstände des Überfalls zu klären.

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