Holdenstedter Dosieranlage sorgt erneut für Ärger: Anwohner zweifeln Sicherheit an

Bange Blicke auf Behälter

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Sorgt für Zoff in Holdenstedt: der Dosierbehälter der Stadtentwässerung in Holdenstedt.

Uelzen-Holdenstedt. Der Ärger um den schwarzen Kessel nimmt kein Ende: Der Dosierbehälter in Holdenstedt, mit dem die Stadtentwässerung Uelzen im vergangenen Jahr den Kampf gegen den Fäkalgestank aus den Schächten aufgenommen hat, ist Anwohnern der Wiesenstraße noch immer ein Dorn im Auge.

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Während der letzten Sitzung des Ortsrates Holdenstedt/Klein Süstedt kochten die Emotionen erneut hoch: Zwar sei das dumpfe, klackernde Geräusch der Station kaum noch hörbar (AZ berichtete), schilderte Helmut Wolff, besorgt sei man aber über die Lösung im Behälter. „Was ist das für ein Zeug, das da hineingepackt wird“, wollte er von Dietmar Kahrs, Betriebsleiter der Stadtentwässerung, wissen. Und mehr noch: Der Anwohner der Wiesenstraße übte harsche Kritik am bisherigen Informationsfluss. „Wir haben – trotz mehrmaligem hartnäckigen Nachfragen – nicht erfahren, was dort getankt wird“, wetterte Wolff in der Einwohnerfragestunde. Daraufhin habe er sich selbst informiert – das Ergebnis der Recherche beunruhigt ihn: „Da gingen bei mir die Antennen hoch, weil man ja um die toxische Wirkung weiß.“

Über den Dosierbehälter wird eine Lösung aus Eisen(II)-Chlorid, auch Eisensalz genannt, in die Kanäle geleitet. Sie soll faulige Gerüche auf chemische Weise bekämpfen und Schäden am Beton vermeiden (die AZ berichtete).

Wolffs Befürchtung: Die Lösung könnte beim Betanken freigesetzt werden und zu tödlichen Verletzungen an der Lunge führen.

Auch sein Nachbar Klaus Ripke äußerte Zweifel – jedoch an der Hochwassersicherheit des Behälters. Das Grundstück, auf dem die Pumpstation und der Behälter stehen, befindet sich im Überschwemmungsgebiet der Hardau. Die Stadtentwässerung hatte darum bereits nachgerüstet. Ripke aber meint zu wissen: „Das ist nicht dicht.“

Doch Dietmar Kahrs gibt Entwarnung: Das Verfahren sei „völlig unbedenklich“, der 10-Kubikmeter-Behälter, der zwei- bis dreimal jährlich betankt werden müsse, obendrein TÜV-geprüft. Auch die Anwohner habe man informiert. Kahrs: „Das wird nicht nur im Ortsteil Holdenstedt gemacht, sondern in zig anderen Deutschlands.“

Von Anna Petersen

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