Das Aus der Bahn-Träume?

Resolution: Die Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg soll reaktiviert werden, fordern die Interessenvertreter. Foto: Frenz

Uelzen. Die Pläne des von mehreren Verwaltungen getragenenen Fördervereins Ostheide-Elbe-Bahn, langfristig die Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg wieder zu reaktivieren, haben einen herben Rückschlag erlitten: „Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat in einem Bescheid Flurstücke entwidmet“, teilte gestern Uelzens Bürgermeister Otto Lukat mit.

Die Stadt werde nun den Verein bei seiner angekündigten Klage gegen diese Entscheidung unterstützen, „denn wenn diese Entscheidung rechtskräftig wird, wäre eine Wiederbelebung der Strecke ein extrem aufwändiges Verfahren“, erklärt Lukat.

Die 42 Kilometer lange Strecke von Uelzen nach Dannenberg war 1996 stillgelegt worden – zuvor hatte sie jahrelang ein ähnliches Schattendasein geführt wie die Route Lüneburg-Dannenberg. „Wir sind auch nicht so naiv zu glauben, dass sich da kurzfristig etwas ändern würde“, betont Uelzens Baudezernent Karsten Scheele-Krogull. Wenn eine Entwidmung verhindert werden könne, habe man aber zumindest langfristig einen Fuß in der Tür: „Wir denken da eher in Dekaden als in Jahren.“

Die Bahnstrecke nach Dannenberg hat für Uelzen zum einen Bedeutung für den Schienenanschluss des östlichen Hafengebietes. Doch auch ein mögliches Gewerbegebiet an der geplanten Autobahn 39 könnte über diese Gleise angeschlossen werden. „Früher war diese Strecke von Bedeutung für die weitere Route in Richtung Schwerin“, erinnerte Uelzens Bürgermeister. Und während die Nord-Süd-Verbindungen der Bahn gut ausgebaut seien, gebe es zwischen Osten und Westen noch zu wenige Trassen: „Auch das könnte mittelfristig eine interessante Perspektive sein.“ Wenn man die Entwidmung verhindern könne, lasse man sich zumindest alle Optionen offen, so das Stadtoberhaupt.

Erst vor wenigen Wochen hatten Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Vereinen und Verbänden eine Resolution verabschiedet, in der sie das EBA aufforderten, auf eine Entwidmung der Strecke auch in Teilbereichen zu verzichten. In dem Schreiben räumen sie einen langen Atem ein bei der Reaktivierung der Strecke, messen ihr aber mittelfristig eine bedeutende Rolle für die künftige Entwicklung der Region gerade auch beim Güterverkehr auf der Schiene zu.

Von Thomas Mitzlaff

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