Bahn stellt Kosten-Nutzen-Analyse für Varianten der Y-Trasse vor

Gleisrouten auf Prüfstand

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Uelzen/Berlin. Dirk Eberle, Sprecher der Bürgerinitiativen gegen die Y-Trasse, will noch nicht von einer Weichenstellung sprechen: Die Deutsche Bahn wird in Berlin eine Kosten-Nutzen-Analyse zum Bau der umstrittenen Y-Trasse (1) und zu den erarbeiteten Alternativen vorstellen.

Kommt die Bahn dabei zu dem Ergebnis, dass sich eine Hafenhinterland-Anbindung nur mit einer der drei Varianten zur Y-Trasse rechnet, wird im Landkreis Uelzen womöglich eine ganz neue Gleistrasse entstehen. Oder aber es stünden langjährige Arbeiten an bereits bestehenden Gleisrouten an.

Denn zu den erarbeiteten Varianten gehört auch der Ausbau der vorhandenen Strecke von Hamburg über Lüneburg, Uelzen, Celle und Hannover (4). Für die Bahn bislang vorstellbar war auch ein Neubau einer Güterlinie zwischen Hamburg und Hannover mit einer Erweiterung der alten Amerika-Linie (2), die wiederum durch den Landkreis führt. Als Option gilt auch eine neue Route von Ashausen nach Unterlüß an den Städten Lüneburg und Uelzen vorbei (3). Sie wird als Bypass-Lösung bezeichnet, über die die Allgemeine Zeitung bereits im Jahr 2000 berichtete, weil sie auf einen Uelzener zurückgeht, wie Dieter Janocha sagt.

Das Thema Eisenbahn ist das Steckenpferd des Uelzeners – seit mehr als 30 Jahren schon. Und so habe er die Route entworfen, die vor wenigen Jahren dann in den Unterlagen der Bahn aufgetaucht sei.

Die Umfahrung ist für ihn die einzige Option, die realisierbar ist – weil sie kurz und mit ihr sowohl schneller Verkehr wie auch Güterverkehr möglich sei. Er mahnt jedoch, dass bei einem Bau dieser Route und der A 39 in ihrer angedachten Form der Landkreis Uelzen gleich zwei Mal durchschnitten werde. Das führt Eckehard Niemann vom Landesverband Bürgerinitiativen Umwelt seit einigen Wochen als Argument gegen die Autobahn an. Janocha ist grundsätzlich nicht gegen die A 39 und auch nicht gegen eine neue Gleistrasse – nur: „Die Planungen für eine Hafenhinterland-Anbindung und für eine Autobahn sollten nicht unabhängig voneinander laufen.“ Es bestünde doch noch die Möglichkeit, Autobahn und Bahntrasse aufeinander abzustimmen.

Die Gegner der Y-Trasse wollen dem Treffen heute nicht vorgreifen – „es wird schon so viel gefordert und geschrieben“, sagt Bernd Eberle. Er und seine Mitstreiter wollten den Tag und die Ergebnisse abwarten, dann womöglich reagieren.

Von Norman Reuter

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