Bahn präsentiert Alternativen zur Y-Trasse

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Der Landkreis Uelzen nimmt bei der besseren Hafen-Hinterlandanbindung eine zentrale Rolle ein. Die günstigste Variante ist eine Neubaustrecke, die von Ashausen nach Suderburg (im Bild) führen würde. Die Kosten liegen bei 1,4 Milliarden Euro.

Uelzen/Landkreis. Die Deutsche Bahn und der Bund versprachen den Einwohnern, sich in die Diskussion um eine bessere Hafen-Hinterlandanbindung mit Schienen einbringen zu können. Veranstaltungen dazu lassen noch auf sich warten.

Die Deutsche Bahn indes hat zum Vergleich der erarbeiteten Alternativen zur umstrittenen Y-Trasse die Kosten für Planung und Bau der jeweiligen Lösung bereits berechnet, auch Vor- und Nachteile der sechs Alternativen wurden zusammengetragen.

Die Variante mit einer Neubaustrecke von Ashausen nach Suderburg, durch den Landkreis Uelzen, so geht aus einer veröffentlichten Präsentation der Bahn hervor, wäre demnach die günstigste Lösung. Sie würde nach Angaben der Bahn 1,4 Milliarden Euro kosten. Auch aus anderer Hinsicht scheint sie vorteilhaft: Ein Fahrzeitgewinn von 10 bis 15 Minuten im Personenfernverkehr wird erwartet.

Und: Bei einem Bau der Trasse wären im Vergleich zu anderen Alternativen weit weniger Bewohner durch eine Lärmbelästigung berührt. Das Eisenbahnunternehmen geht von 5000 betroffenen Wohneinheiten aus. Würde, wie auch vorgeschlagen, die jetzt bereits existierende Gleisroute über Lüneburg, Uelzen und Celle ausgebaut, wären 55 000 Wohneinheiten betroffen, so steht es in der Präsentation. Bei Kosten von 2,5 Milliarden Euro sprechen gegen die Realisierung dieser Variante auch die Arbeiten bei „rollendem Rad“ – das heißt, bei laufendem Schienenverkehr. Dies gilt auch für einen möglichen Ausbau der „Amerika-Linie“ von Langwedel nach Uelzen, der auch vergleichsweise kostensparend zu realisieren wäre. Auch hier würden die Arbeiten 1,4 Milliarden kosten.

Noch zu den günstigeren Lösungen gehört die zweite Bypass-Lösung, an der bestehenden Strecke vorbei, mit einer Neubaustrecke von Ashausen nach Unterlüß, die laut Bahn mit 2 Milliarden Euro zu Buche schlagen würde. Gegenüber der Strecke von Ashausen nach Suderburg wären aber mehr Menschen, 10 000 Wohneinheiten, durch Lärm betroffen, sodass auch mehr Schallschutzwände errichtet werden müssten – das treibt die Kosten in die Höhe.

Die Bypass-Lösungen sehen nicht nur schnellere Fahrzeiten für Personenzüge vor, sie dienen auch der Kapazitätssteigerung im Güterverkehr – einer der Hauptgründe, warum die Bahn und der Bund überhaupt Handlungsbedarf sehen.

Von Norman Reuter

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