Mit dem Ausbau der Amerikalinie verbinden die Anlieger zugleich Hoffnungen und Argwohn

Der Bahn-Bogen von Veerßen

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Derzeit rollt der landwirtschaftliche Verkehr durch die Parkstraße (unten). Die Alternativ-Varianten sehen vor, eine Trasse zunächst parallel zur Bahnstrecke zu bauen und dann entweder parallel zur B 71 (Varianten 2 und 3 mit oder ohne Kreisel) zu bauen, oder sie schon früher auf die Bundesstraße zu führen (Variante 4). Eine Entscheidung soll in den nächsten acht Wochen fallen.

Uelzen. Der Ortsteil Veerßen und die Deutsche Bahn – für manche Anwohner ist das ein ein eher zwiespältiges Verhältnis. Denn mit der Wiedervereinigung kam die Reaktivierung der Bahnlinie Uelzen-Stendal. Seitdem donnern rund um die Uhr auch Güterzüge an vielen Vorgärten vorbei.

Jetzt steht der erste Abschnitt eines zweispurigen Ausbaus unmittelbar bevor – und dazu sucht die Bahn seit kurzem intensiv Alternativen zur umstrittenen Y-Trasse, die Hamburg und Bremen mit Hannover verbindet. Ein heißer Kandidat ist die ehemalige Amerikalinie Uelzen-Stendal – und das würde nochmal einen drastischen Anstieg des Güterverkehrs durch Veerßen bedeuten.

Jetzt könnte die Bahn den Veerßern zumindest einen „guten Dienst“ tun: Denn die DB steht nunmehr in enger Abstimmung mit der Stadt Uelzen, ob der landwirtschaftliche Verkehr, der derzeit durch die Ortschaft über die Bahnlinie zu den Feldern rollt, künftig am Rand des Dorfes entlang geführt werden kann. Erstmals stellte die Stadt Uelzen jetzt verschiedene Varianten vor, die unmittelbar auch den Fernverkehr auf der Bundesstraße 71 zwischen Uelzen und Hansen betreffen.

Die Zeit drängt, denn mittlerweile hat das Eisenbahnbundesamt einen Planfeststellungsbeschluss vorgelegt, der den Bau der alten ungeliebten Trecker-Trasse inklusive einer Brücke über den Sportplatzweg vorsieht. Rund 600 000 Euro sind für die Brücke vorgesehen und dieses Geld möchte die Stadt jetzt gerne anderweitig verbauen.

Alternativplanungen sehen vor, den Verkehr statt über einen neuen Brückenbau über den Übergang Parkstraße zu lenken. Von dort ginge es weiter parallel zum Schienenstrang des Veerßer Bogens – und dann gibt es zwei Routen: Eine führt weiter parallel zur B 71 bis zum Krempelweg, dort könnte der Verkehr auf dem Knotenpunkt dann durch einen Kreisel gelenkt werden (auf der Skizze oben rechts am Rand zu sehen).

Eine zweite Möglichkeit wäre, den Verkehr bereits vorher auf die Bundesstraße 71 abbiegen zu lassen. Dann würden die Trecker außerorts auf die Fernstraße biegen, eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung wäre nötig. „Und falls wir dann auch noch eine eigene Linksabbiegespur von der Bundesstraße auf die landwirtschaftliche Straße bräuchten, würde es wieder richtig teuer“, weiß Baudezernent Karsten Scheele-Krogull.

Stichtag ist der 8. Mai – bis dahin kann die Stadt Uelzen entscheiden, ob sie den entsprechenden Abschnitt des Sportplatzweges entwidmet und die Brücke somit nicht gebaut wird. Grundsätzlich aber setzt die Verwaltung große Hoffnungen in einen Ausbau der alten Amerikalinie. Denn Uelzen könnte als Eisenbahnknotenpunkt auch als Güterzentrum erheblich an Bedeutung gewinnen.

Von Thomas Mitzlaff

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