Schädlinge, Pilze und Trockenheit setzen 2013 den Wäldern in der Region zu

Bäume im Dauerstress

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Der Waldbestand in der Region besteht zu 75 Prozent aus Kiefern. Um sie ist es gut bestellt. Wachsam müssen Förster wie Welf Einhorn dennoch sein und die Bäume kontrollieren.

Uelzen/Landkreis. Die Laubbäume in der Region leben im Dauerstress. So drückt es Armin Menge, Leiter des Uelzener Forstamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, aus.

Klimatische Veränderungen – längere Trockenphasen – setzen ihnen zu, Schädlinge fressen alljährlich ihre Triebe und durch einen immer wieder auftretenden Pilzbefall werden die Bäume zusätzlich geschwächt.

Im zurückliegenden Jahr seien es vor allem die Fraßgesellschaften gewesen, die den Eichen zugesetzt hätten, sagt Menge. Frostspanner, Eichenwickler und Schwammspinner seien entgegen den Erwartungen der Forstwirtschaft trotz eines langen Winters verstärkt aufgetreten. Besonders fatal: Weil es bis ins Frühjahr hinein kalt war, begann das „große Fressen“ der Tiere spät, sodass sie sich auch gleich den Johannis-Trieb mit einverleibten. „Es ist eigentlich die Zeit, in der die Bäume ein zweites Mal blühen und dadurch wieder zu Kräften kommen können“, schildert Menge. Diese Chance habe 2013 damit nicht bestanden. Auf einer Fläche von acht Hektar bei Reinstorf habe man die Schädlinge bekämpft, der Einsatz von Schutzmitteln in anderen Bereichen sei wegen Auflagen nicht möglich gewesen.

In 2013 sei es zudem zu einem Mehltaubefall, also einem Pilzbefall der Eichen, gekommen. Die Folge: Nur eine kurze Zeit im Jahr verfügten die Bäume über eine gesunde Belaubung. Seien diese Stressfaktoren langfristig festzustellen, drohe das Absterbens der Bäume, erklärt Menge.

Es ist eine Gefahr, die auch im nun vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium vorgelegten Waldzustandsbericht 2013 hingewiesen wird. Der Bericht hält fest: „Besorgniserregend ist, dass Eichen in den letzten Jahren in vielen Gebieten keine belastungsfreien Erholungsphasen hatten.“ Und: Neben verstärkten Schäden bei den Eichen sei auch ein Eschentrieb- und ein Kieferntriebsterben in Niedersachsen weit verbreitet.

Für den Nordosten Niedersachsen, so Menge, könne er zumindest für die Kiefern weitestgehend Entwarnung geben – damit für einen Großteil des Waldbestandes in der Region. Um die Kiefern, die 75 Prozent der Waldflächen ausmachen, sei es gut bestellt. Dennoch müsse die Forst wachsam sein, durch Monitoring-Verfahren die Bäume kontrollieren, um schnellstmöglich eingreifen zu können. Durch längere Trockenphasen bestehe auch zunehmend die Gefahr von Waldbränden. „Das Glück hier ist, dass Brände im Vergleich zu früheren Zeiten viel schneller gemeldet werden“, so der Forstamtsleiter.

Von Norman Reuter

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