„Es gibt Dinge, vor denen können Sie nicht weglaufen."

AZ-Pressetreff: Trendbeobachter Mathias Haas berät Firmen

+
Dr. Lutz Börngen (SV Teutonia Uelzen) begrüßte André Köllner (Expert) und Jill Schenk (Pfeifer Holz GmbH).

Uelzen. „Es gibt Dinge, vor denen können Sie nicht weglaufen. Und es ist Ihr Job, diese Dinge zu kennen, alles andere wäre grob fahrlässig.“ 

Um welche Bereiche es sich dabei handelt, zeigte Trendbeobachter Mathias Haas aus Stuttgart gestern beim AZ-Pressetreff im Restaurant Dalmacija im Uelzener Badue. Rund 60 Vertreter aus der Wirtschaft besuchten die Veranstaltung von der AZ und den Stadtwerken Mycity.

AZ-Verlagsleiterin Heike Köhn unterhielt sich mit Dr. Lutz Börngen vom SV Teutonia Uelzen.

Digitale Geschäftsstrategien und moderne Ansätze von Unternehmen, Nachwuchs durch digitale Angebote oder Regeln wie „Stehtisch-Meetings“ – Konferenzen an Stehtischen würden nicht mehr als 50 Minuten beanspruchen – gehören für Haas dazu, Nachwuchs für sich zu gewinnen. „Sie müssen sexy werden, sonst gehen die Auszubildenden irgendwann nach Berlin oder so“, erklärte Haas. Der Trend gehe dahin, dass viele es wichtiger fänden, „glücklich zu sein als viel Geld zu haben“, um 17 Uhr Feierabend zu machen, anstatt bis 20 Uhr zu arbeiten, schilderte er. Eine Idee war, Auszubildende etwa zur Internationalen Funkausstellung zu schicken – „was dort passiert, kann auch auf ihre Branche irgendwie Auswirkungen haben“.

Nicht jedes Unternehmen müsse jeden der „Mega-Trends“ verfolgen – „ich als Trendbeobachter habe bis heute keine E-Mails auf dem Telefon“, gestand Haas zum Beispiel –, aber wichtig sei es, rechtzeitig eine Entscheidung zu treffen, da der Erfolg statistisch gesehen die Schnellsten treffe. Bei einer neuen Entwicklung sei die Euphorie schließlich in der ersten Zeit am größten. Die Nutzung von sozialen Foren, aufsehenerregende Werbestrategien und ein Online-Verkaufsangebot versteht der Trendbeobachter als aussichtsreich für Firmen.

Tourismus-Expertin Silja Eichmann-Bartels widersprach Haas, als es zum Beispiel um die Online-Buchung von Flügen ging. Er erklärte, dass Online-Anbieter lediglich Flüge der Kategorien vorschlagen würden, die ein Kunde auch zuvor über sein Benutzerkonto gebucht habe. „Rufen Sie im Reisebüro an“, sagte die Uelzenerin. Sie kenne alle möglichen Anbieter, „aber ich bin besser“, widersprach sie ihm.

Dass digitale Möglichkeiten noch nicht überall umsetzbar seien, bemängelte Hausverwalter Matthias Untz. Rechnungen beispielsweise müssten oft immer noch in Papierform vorgelegt werden. Rechnungen per E-Mail seien rechtlich im „Graubereich“, bestätigte Haas. Und noch ein Thema werde immer wichtiger für die Mittelschicht: „Sharing“ – immer häufiger würden sich Kunden ein Elektrogerät mit anderen teilen und austauschen, anstatt jeder selbst zu investieren, vermutet Haas.

Von Diane Baatani

Eindrücke vom Pressetreff

AZ-Pressetreff vom 17. September in Uelzen

Kommentare