Stöbern im Goldenen Buch der Stadt Uelzen – von Genscher bis McAllister

Autogrammjäger im Rathaus

Ministerpräsident David McAllister (links) trug sich 2010 im Beisein von Bürgermeister Otto Lukat als bisher Letzter im Goldenen Buch der Stadt ein. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen. Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt hat es getan, der einstige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher und der frühere Landesbischof Prof. D. Eduard Lohse auch, Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister sogar erst im vergangenen Jahr.

Sie alle haben sich mit ihrer Unterschrift im Goldenen Buch der Stadt Uelzen verewigt. Das dicke Exemplar mit vergoldeten oberen Seitenrändern bietet noch viel Platz für weitere prominente Persönlichkeiten, die in Zukunft nach Uelzen kommen werden.

Anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Stadt startete man das Goldene Buch am 1. Januar 1970. Und seither wurde es schon oft auf- und zuge-schlagen. Nach dem damaligen Uelzener Bürgermeister Alfred Krüger war der frühere Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Hanns Lilje, der erste, der sich in das schwere Buch eintrug. Im Rahmen der kirchlichen Woche war er Anfang Mai 1970 zu Besuch in Uelzen. Zwei Jahre später folgte mit Landesbischof Eduard Lohse der nächste Besuch aus der Landeskirche.

Eine der wohl prominentesten Persönlichkeiten im Goldenen Buch ist Willy Brandt. Der frühere Bundeskanzler machte 1974 auf seiner Tour „Kanzler im Gespräch mit Bürgern“ auch in der Uhlenköperstadt Halt und schrieb sich in das Buch ein. Darin ist auch eine Unterschrift des einstigen Bundesinnenministers Hans-Dietrich Genscher zu finden, der im selben Jahr in Uelzen zu Besuch war, um Dienstanfänger des Bundesgrenzschutzes zu vereidigen. Dritter im Bunde war 1974 der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Klaus von Dohnanyi. Neben zahlreichen einzelnen Gästen hielt im Juni 1975 das Landesministerium eine Sitzung in Uelzen ab.

Die Reihe der Politiker-Besuche in Uelzen setzt sich fort, so schrieb sich beispielsweise 1977 der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Dr. Ernst Albrecht ins Goldene Buch ein. Regierungspräsident Dr. Klaus Becker kam mit seiner Unterschrift 1981 hinzu. Im Goldenen Buch ist auch der Tag der Niedersachsen 1988 in Uelzen in Form zahlreicher Unterschriften festgehalten. Auch Gerhard Glogowski, früherer niedersächsischer Innenminister, kennt Uelzen. Beweis dafür ist seine Unterschrift, die er 1993 in das dicke Buch setzte. Der SPD-Politiker war vier Jahre später zur Einweihung des neuen Rathauses gleich noch mal in Uelzen zu Gast. Gerhard Schröder, in seiner Funktion als Ministerpräsident von Niedersachsen, hatte 1994 vorgehabt, nach Uelzen zu kommen. Das belegt zumindest die Seite im Goldenen Buch, die damals für ihn angelegt wurde. Eine Unterschrift gibt es jedoch nicht. Denn sein Besuch fiel aus.

Der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer kam 2001 in seiner Funktion als niedersächsischer Justizminister in die Uhlenköperstadt. Davon zeugt seine Unterschrift. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister unterschrieb am Tag vor Heiligabend 2010 im Goldenen Buch, sein Vorgänger Christian Wulff am selben Tag sieben Jahre zuvor.

Zu den Unterschriftengebern zählt auch der in Uelzen lebende SPD-Politiker Dr. Peter Struck, der im Jahr 2009 in seiner Funktion als SPD-Bundesfraktionsvorsitzender unterschrieb. Darüber hinaus unterschrieben auch 2005 der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche, 2007 seine Exzellenz Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle, oder auch 1976 der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Helmut Rohde.

Politiker gaben sich viele die Ehre im Rathaus. Prominente aus Kunst und Kultur sind dagegen nicht im Goldenen Buch zu finden. Stadtsprecherin Ute Krüger hat dafür eine simple Erklärung. Denn Schauspieler oder Sänger kommen zumeist nicht auf Einladung der Stadt nach Uelzen. Im Goldenen Buch stünden demnach Persönlichkeiten, die persönliche Gäste der Stadt seien. Die Chance, dass Herbert Grönemeyer, der seine Schiffsverkehr-Tour im Mai in Uelzen startet, auch ein Autogramm im Goldenen Buch hinterlässt, ist daher wohl eher gering.

Von Sabine Peter

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