Autofahrer greifen zu Schraubenziehern

Solche Zählplatten vermisst die Straßenmeisterei.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Wie viel Schwerlastverkehr rollt über die Fernstraßen des Kreises Uelzen, welche Dörfer leiden besonders unter einer Zunahme des Straßenverkehrs? Aufschluss über Fragen wie diese sollen Verkehrszählungen geben, die alle fünf Jahre bundesweit durchgeführt und in diesen Wochen wieder vorgenommen werden.

Doch in Uelzen könnten die Ergebnisse, die Grundlagen für künftige Verkehrsplanung sind, ziemlich ungenau sein: Denn Kraftfahrer stehlen vermehrt die Zählmaschinen.

Früher habe man an sämtlichen 324 Kilometern Bundes- und Landesstraßen im Kreis Uelzen „menschliche Zähler“ stationiert, die Strichlisten führten, sagt Manuela Kapak-Wendt, Leiterin der für die Erhebung verantwortlichen Straßenmeisterei Holdenstedt. Doch das sei personell nicht mehr leistbar. „Deshalb stehen wir nur noch an Bundesstraßen und setzen auf Landesstraßen Zählplatten ein“, erläutert Kapak-Wendt.

Doch die werden von Unbekannten wieder abmontiert – weil sie offenbar befürchteten, in eine Geschwindigkeitskontrolle geraten zu sein, vermutet die Behördenleiterin: „Aber Tempo messen wir gar nicht.“ Und weil Autofahrer mit den Platten eigentlich gar nichts anfangen könnten, bietet Kapak-Wendt um Rückgabe beim Betriebshof in Holdenstedt: „Man kann die ja einfach bei uns an die Geländeeinfahrt legen.“

Denn der Verlust sorgt nicht nur für eine ungenauere statistische Erhebung über den Bedarf an Straßen in der Region, sondern ist auch teuer für die Verkehrsbehörde: rund 1500 Euro kostet eine Zählplatte.

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