Flüchtlinge werden in Wohnungen untergebracht / Vereinssport ab Februar

Auszug aus der Pestalozzi-Halle

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Knapp drei Monate haben die Flüchtlinge in der Pestalozzi-Halle gelebt. Geschlafen wurde in mit Bauzäunen errichteten Bereichen. Flüchtlingshelfer unterstützten die Essensausgabe. Zum Zeitvertreib gaben unter anderem Posaunenchöre ein Konzert.

Uelzen. Nun ziehen in Uelzen auch die Flüchtlinge aus der zweiten zu einer Notunterkunft umfunktionierten Turnhalle aus. In der Halle der früheren Pestalozzi-Schule waren Mitte Oktober rund 100 Flüchtlinge untergebracht worden. Zuletzt lebten dort noch 73.

Sie sollen bis Donnerstag „überwiegend dezentral“ in vom Landkreis Uelzen angemieteten Wohnungen untergebracht werden, informiert Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. „In Einzelfällen ist auch eine Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises möglich. “ In Bad Bevensen befindet sich mit der „Villa im Park“ eine solche an der Ebstorfer Straße. In Uelzen gibt es bislang die Unterkunft an der Nothmannstraße.

Fast drei Monate lebten die Flüchtlinge in der Pestalozzi-Halle, nachdem diese nach einem Amtshilfe-Gesuch des Landes zur Notunterkunft umfunktioniert worden war. Die Diana-Klinik aus Bad Bevensen lieferte das Essen, ehemalige Lehrer boten Deutsch-Unterricht an. Flüchtlingshelfer betreuten die Bewohner bei Fragen, halfen bei der Essensausgabe und organisierten Zeitvertreib. Mitarbeiter des CJD-Jugendmigrationsdienstes sowie der Diakonie waren regelmäßig vor Ort. Zuletzt erlebten Flüchtlingshelfer und Sozialarbeiter gemeinsam mit den Flüchtlingen den Jahreswechsel.

Nun beginnt für die Bewohner ein neuer Abschnitt. Über die Gruppe „Flüchtlingshilfe Uelzen“ wird bei Facebook um Möbelspenden für die Flüchtlinge gebeten. Annika Quednau, Leiterin des CJD-Jugendmigrationsdienstes, berichtet, dass die angemieteten Wohnungen lediglich mit dem Nötigsten ausgestattet: „Betten, Stühle, Tisch und Spind. – Kein Sofa, kein Schrank, kein Fernseher.“ Wer etwas spenden könne, kann sich über Facebook oder per Telefon an den Jugendmigrationsdienst wenden. Annika Quednau weist aber darauf hin, dass der CJD selbst keine Lagermöglichkeiten für Möbel besitzt. Daher sollten Spenden nicht zum Jugendmigrationsdienst gebracht werden.

Bereits Ende Dezember waren Flüchtlinge aus der oberen Turnhalle des Lessing-Gymnasiums (LeG) ausgezogen. Sie und auch die Pestalozzi-Halle sollen zum Beginn des zweiten Schulhalbjahres am 1. Februar wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, erklärte Kreissprecher Martin Theine noch einmal. Während der Zeit der Unterbringung hatten Vereine und das Lessing-Gymnasium die Hallen nicht nutzen können. Das Gymnasium konnte Hallenzeiten der Oberschule nutzen.

Von Norman Reuter

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