„Das werden alle spüren“

Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen stößt in Uelzen auf Kritik

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Der Spediteur Hubertus Kobernuß.

Uelzen. Während Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) viel Lob für die Ausweitung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen einheimst, hagelt es aus dem Landkreis Uelzen heftige Kritik.

Diese Entscheidung sei eine Katastrophe für eine autbahnferne Region wie den Kreis Uelzen, schimpft Hubertus Kobernuß, Spediteur und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg: „Das werden viele Unternehmen hier zu spüren bekommen, aber auch die Landwirte und Handwerksbetriebe.“

Schon heute hätten hiesige Betriebe einen Standortnachteil wegen der weiten Wege zur nächsten Autobahn, so Kobernuß. Wenn zum Standortnachteil jetzt auch noch eine Maut für Bundesstraßen käme, müssten die Firmen mit bis zu 25 Prozent höheren Speditions- und somit Produktionskosten rechnen. „Das betrifft alle Betriebe von Nordzucker über Uelzena bis zu den Firmen im Hafen, aber auch die Landwirte, deren Produkte über Agrargenossenschaften vermarktet werden“, so Kobernuß.

Die Lkw-Maut soll ab Mitte 2018 auf sämtliche 40 000 Kilometer Bundesstraßen in Deutschland erhoben werden, der Staat erhofft sich dadurch Mehreinnahmen von jährlich rund zwei Milliarden Euro. Das Geld werde „direkt und dauerhaft“ in den Erhalt und Ausbau des deutschen Straßennetzes gesteckt, hatte Dobrindt verkündet.

Gegen eine Maut habe er grundsätzlich auch nichts, betont Kobernuß: „Aber man muss doch unseren Standortnachteil berücksichtigen.“ Hätten etwa die holzverarbeitenden Betriebe im Hafen gewusst, dass eines Tages eine Bundesstraßen-Maut erhoben würde, hätten sie sich nicht im Kreis Uelzen angesiedelt, ist der Spediteur überzeugt. Der Lückenschluss der Autobahn 39 werde womöglich erst in 15 Jahren vollendet, „das kommt dann zu spät“.

Eine Entlastung für die lärmgeplagten Anwohner der Uelzener Bundesstraßen werde die Maut nicht bedeuten, ist sich Kobernuß sicher: „Die Güter müssen ja weiter transportiert werden und die hiesigen Bundesstraßen bleiben eine Alternative zu den Autobahnen 2 und 7.“

Von Thomas Mitzlaff

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