Nach Ausbau der Strecke Lüneburg-Stelle: Metronom hofft auf freiere Gleise und weniger Verspätungen

Aussicht auf mehr Pünktlichkeit

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Während der Metronom (links) im Uelzener Bahnhof warten musste, duften Fernzüge überholen – das führte zu Verspätungen. Nach der Freigabe des dritten Gleises zwischen Lüneburg und Stelle hofft das Unternehmen nun auf pünktlichere Ankünfte.

Uelzen. Für viele Metronom-Reisende war es frustrierend: Obwohl ihr Zug pünktlich losgefahren war, gab es unterwegs Verspätungen. Denn der blau-gelbe Doppelstockzug musste öfters außerplanmäßig anhalten, damit Güter- und Fernverkehrszüge überholen konnten.

Doch dieses Problem dürfte künftig seltener auftreten, stattdessen werden die Züge des Uelzener Eisenbahnunternehmens häufiger pünktlich ankommen, glaubt Metronom-Pressesprecher Björn Pamperin. Der Grund: Die Deutsche Bahn hat jetzt das dritte Gleis auf der Strecke zwischen Lüneburg und Stelle fertiggestellt und damit einen Engpass im Zugverkehr beseitigt (AZ berichtete).

„Die Infrastruktur war sehr überlastet. Der Ausbau der Strecke wird zu einer höheren Zuverlässigkeit bei der Einhaltung unserer Fahrpläne führen“, erklärt Pamperin im AZ-Gespräch. Denn Güter- oder Schnellzüge werden nun seltener auf denselben Gleisen fahren, die auch Metronom nutzt. „Wir haben jetzt eine höhere Verlässlichkeit der verfügbaren Gleise“, freut sich der Eisenbahnsprecher.

Zwar habe Metronom die Überholvorgänge durch vorrangige Schienenverkehre in seinen Fahrplänen bereits zeitlich berücksichtigt. Probleme habe es aber immer dann gegeben, wenn Güter- oder Fernzüge aufgrund von Störungen verspätet unterwegs gewesen seien. Dann hätten die Metronom-Züge oft minutenlang in Bahnhöfen, manchmal auch auf freier Strecke warten müssen, bis sie überholt wurden. „Vom dritten Gleis erhoffen wir uns deshalb Entlastung“, sagt Pamperin.

Noch müsse die Deutsche Bahn aber einige Restarbeiten auf der 27 Kilometer langen Strecke zwischen Lüneburg und Stelle erledigen, ebenso an den Stellwerken. Doch die Perspektive für mehr Pünktlichkeit sei „schon mal gut“, so Pamperin.

Zusätzliche Fahrten oder längere Züge werde Metronom nach dem Ausbau der Strecke allerdings nicht anbieten, betont er. Das sei aufgrund der fehlenden Kapazitäten im Hamburger Hauptbahnhof und der Länge der Bahnsteige an den Zwischenstationen nicht möglich, erläutert Pamperin. Möglich seien hingegen Änderungen bei den Fahrplänen, die das nächste Mal Mitte Dezember umgestellt werden. „Bis Ende August sind die neuen Fahrpläne fertig, dann wissen wir mehr“, bittet Pamperin noch um etwas Geduld.

Von Bernd Schossadowski

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