Haupt- und Realschulklassen Uelzens sollen außerdem aufgehoben werden

Ausschuss will Abgabe der Schulen

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Mit einer Auflösung der Schulform von Theodor-Heuss-Realschule, Sternschule und Lucas-Backmeister-Schule soll die Bahn frei gemacht werden für Bildungsmodelle im Landkreis. Die Entscheidung zur Auflösung der Schulform fiel nicht einstimmig.

Uelzen. Der Schulausschuss der Stadt Uelzen hat in seiner vergangenen Sitzung eine Empfehlung beschlossen, laut der die Stern- und Lucas-Backmeister-Hauptschulen sowie die Theodor-Heuss-Realschule an den Landkreis übertragen werden sollten.

Außerdem sollen alle drei Schulen 2013 als Schulform aufgehoben werden. Die Empfehlung geht an den Verwaltungsausschuss, die letzte Entscheidung liegt beim Stadtrat. Die Empfehlung zur Übertragung an den Landkreis war einstimmig, diejenige zur Auflösung der Schulen mit einer Gegenstimme.

Vorausgegangen waren Brandreden von Bürgermeister Otto Lukat und seinem Stellvertreter Jürgen Markwardt, der Kämmerer und Schulamtsleiter ist. „Dies ist der Königspunkt unserer Einsparmaßnahmen“, sagte Markwardt über die Abgabe der Trägerschaft der Schulen an den Landkreis. Der Schritt sei „fast alternativlos“. Lukat erklärte, es gebe nur einen großen Punkt, der es der Stadt ermögliche, in einen Zukunftsvertrag mit dem Land zu kommen, „und das ist die Abgabe der Schulträgerschaft“. Das Gelingen hänge davon ab, ob erstens der Landkreis zustimmt (die Entscheidung dazu fällt im Kreistag am 18. Dezember). Zweite Bedingung wäre, dass das Land mitmacht: Denn der Kreis steckt selbst in einem Entschuldungsvertrag mit Hannover und dürfe keine zusätzlichen Ausgaben tätigen – und die Schulen kosten jährlich 1,9 Millionen Euro. Lukat erklärte aber, es gäbe Gespräche mit dem Land, er sei optimistisch. Landrat Dr. Heiko Blume bestätigte Gespräche mit dem Land, letztlich liege die Entscheidung darüber beim Innenministerium. Unterdessen hatte der Kreis seinen geplanten Finanzüberschuss für 2013 von 3,8 auf 2,9 Millionen Euro korrigiert. Die Frage, ob dies einen Einfluss auf die Verhandlungen in puncto Schulübernahme habe, bezeichnete Blume als Spekulation.

Im Schulausschuss der Stadt Uelzen derweil war das Votum für die Übernahme einmütig: Alle Mitglieder des Gremiums stimmten für die Abgabe der Trägerschaft. Bei dem Punkt der Aufgabe der Schulformen, die laut Lukat dem Landkreis Handlungsfreiheit geben soll, protestierte Stadtrat Jörg Kramer (SPD). Es sei eine Sache, dem Landkreis die Schulen zu übergeben, „eine andere Sache ist es aber, die Hauptschulen und die Realschule aufzuheben“, sagte er. Diese Entscheidung solle beim Kreis bleiben, er hingegen könne diese Teil-Entscheidung nicht mittragen, wenn die Schulen aufgelöst werden und der Weg frei werde für eine Schulform, die er nicht gutheiße. Damit meinte er die immer noch ausstehende Frage, ob die Schulen zu einer Oberschule werden könnten.

Konkret besprochen wurde die Umwandlung zu einer Oberschule nicht. Manche Ausschussmitglieder sprachen sie als eine mögliche künftige Schulform an. Jürgen Markwardt nannte das, was auch immer aus den Haupt- und Realschulen wird, politisch vorsichtig „X-Schule“. Fest stehe für ihn aber, dass die Hauptschule keine Zukunft habe, da heute schon ein hoher Anteil von für die Hauptschule empfohlenen Kindern trotzdem von ihren Eltern auf die Realschule geschickt würden. Markwardt: „Die Hauptschule ist abgewählt. Punkt.“

Von Kai Hasse

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