Auf dem Sprung in den Ganztag / Ein Überblick

Ab August gibt es an Uelzener Grundschulen auch am Nachmittag Angebote

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Ab kommenden Schuljahr wird an sechs Uelzener Grundschulen mittags gegessen. Für einige Schulen müssen noch Mensen eingerichtet werden.

Uelzen. Sechs Grundschulen stehen in den Startlöchern zum Ganztagsbetrieb.

Ab kommendem Schuljahr wird es an der Lucas-Backmeister, der Hermann-Löns-Schule, der Grundschule Westerweyhe, der Sternschule sowie an den Grundschulen in Oldenstadt und Holdenstedt bis in den Nachmittag (Montag bis Donnerstag) Angebote für den Nachwuchs geben. Zwar fehlt offiziell noch die Genehmigung der Landesschulbehörde in Lüneburg, aber das dürfte nur noch Formsache sein. „Es sieht für die Uelzener Schulen gut aus“, sagt Bianca Schöneich, Sprecherin der Behörde. Die Prüfungen, ob die Uelzener Grundschulen als Ganztagsschulen an den Start gehen dürfen, neigten sich dem Ende entgegen.

Nach dem regulären Unterricht, dem Mittagessen und der Lern- und Förderzeit (Hausaufgaben etc.) werden an den Schulen verschiedene Aktivitäten geboten. Sei es sportlich, musisch oder kreativ. Die Angebote hat jede Schule im Köcher, die Gewichtung ist aber unterschiedlich.

• An der Lucas-Backmeister-Schule soll mit Beginn des Ganztagsbetriebs das individuelle Lernen ausgebaut werden. Der Probebetrieb laufe in diesem Schuljahr schon gut, sagt Schulleiterin Bianca Scharfenstein. Jedes Kind bekomme eigene Arbeitspläne für die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde. „Die Kinder sind hoch motiviert“, sagt Scharfenstein. Zum Wochenende gebe es Rückmeldungen von den Eltern, wie es mit den Hausaufgaben zu Hause gelaufen sei. Am Nachmittag würden die Bewegungs-, Kreativ- und Lernangebote gemacht. „Jeden Tag ein anderes“, so Scharfenstein. „Wir werden für den Nachmittagsbereich auch eine Bücherei für die Kinder aufbauen.“ Einbezogen werden soll nach Ende des Nachmittagsangebot ab 15.30 Uhr das Jugendzentrum „Baxx“ in einem Anbau der Schule. Eine Mensa ist bereits vorhanden.

• Die muss an der Grundschule Westerweyhe noch gebaut werden. „Wir werden am Nachmittag ganz eng mit den Vereinen am Ort und der Kirchengemeinde zusammenarbeiten“, sagt Schulleiterin Maria Lembeck. Bis 15.15 Uhr wird es im Ortsteil ein Nachmittagsangebot geben. Kooperationsverträge mit der Freiwilligen Feuerwehr, dem Sportverein und der evangelischen Kirchengmeinde sollen noch geschlossen werden, so die Schulleiterin. 90 Prozent der Eltern der rund 160 Kinder könnten sich vorstellen, ihre Kinder über 13 Uhr hinaus in der Schule zu lassen, so das Ergebnis einer Umfrage. Ab 7.30 Uhr können die Kinder in die Schule. Der Unterricht beginnt dann um 8 Uhr.

• Die Grundschule Oldenstadt hat das Glück, dass die Musikschule für Stadt und Landkreis Uelzen gleich am Ort ist. Das ruft nach einer Kooperation. „Wir versuchen, eine Streicherklasse einzurichten. Das wäre ein Highlight“, sagt Schulleiter Detlef Kasten. Das hänge aber auch von der Bereitschaft der Eltern ab, etwas dazuzuzahlen. Das ist auch erforderlich, wenn Eltern eine Betreuung über 15.45 Uhr hinaus für ihr Kind wünschen. Dann springen Mitglieder des Elternvereins „OMI“ ein. Die leisten auch eine Frühbetreuung für Kinder der 210 Schüler, die schon weit vor dem Unterricht zur Schule kommen. Ab 7 Uhr ist das möglich. Ein Sportangebot ist in Oldenstadt auch geplant. Nur: „Wir fangen nicht gleich am ersten Tag des neuen Schuljahres mit dem Ganztag an, sondern später“, so Kasten.

• Als Kooperationspartner steht an der Grundschule Holdenstedt bereits die Feuerwehr des Ortes fest, berichtet Schulleiterin Eva Bernsdorff-Harneit. Dazu soll es auch etwas Sportliches geben. „Das kann auch Tanzen sein.“ Weitere Kooperationspartner für den Nachmittag würden gesucht, so die Pädagogin. Rund 70 der 100 Holdenstedter Grundschüler würden an dem Nachmittagsangebot bis 15.15 Uhr teilnehmen. Dass auch die Kinder aus Klein Süstedt mitmachen können, dafür würden extra zwei neue Buslinien eingerichtet, so Bernsdorff-Harneit. Der morgendliche Unterricht starte um 7.45 Uhr. Eine Mensa müsse im Schulgebäude noch eingerichtet werden.

• Dass die bis zum Schulbeginn fertig ist, darauf hofft Dörthe Reinhold. Die Leiterin der Sternschule setzt auf ein breit gefächertes Angebot am Nachmittag. „Wir wollen auch den Sport fördern, setzen aber auf Vielfalt“, kündigt sie an. 70 bis 80 Kinder der 220 Schüler erwartet sie zum Auftakt des Nachmittagsprogramms im kommenden Schuljahr. Ein Chorangebot sei ebenfalls geplant. Die vier Nachmittage in der Woche sollen an der Sternschule bis 15.30 Uhr laufen. Ob Betreuungsbedarf darüber hinaus bestehe, werde derzeit vom Familienservicebüro der Stadt abgeklopft. Eine variable Spielzeit ist auch vorgesehen.

• Die meisten Voranmeldungen stadtweit sind an der Hermann-Löns-Schule zu verzeichnen, weiß Schulleiterin Dörte Gröfke. Voraussichtlich 140 der 250 Kinder werden ab nächstem Schuljahr bis 15.30 Uhr an der Grundschule anzutreffen sein. Geprüft werde noch, ob eine Anschlussbetreuung gewünscht wird und möglich ist. Eine Mensa muss für die Schule ebenfalls noch eingerichtet werden. Das Nachmittagsangebot soll Sport, Musisches und Kreatives umfassen, erklärt die Schulleiterin. Der Unterricht beginnt um 7.45 Uhr, ab 7.20 Uhr sei eine Betreuung gewährleistet.

Von Jens Schopp

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