Aufschwung setzt sich fort

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Unter anderem das Baugewerbe in der Region hat sich nach dem harten Winter wieder gefangen. Auch die andere Wirtschaftszweige melden Zuwächse.

bs Uelzen/Landkreis. Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen ist zurzeit sehr positiv, und auch das Wirtschaftsklima in der Region Lüneburg-Wolfsburg hat sich deutlich verbessert – bereits zum fünften Mal in Folge. Der aktuelle Konjunkturklima-Indikator über alle Branchen, den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg bei rund 270 Unternehmen ermittelt hat, stieg von 107 Punkten im Frühjahr auf 115 von 200 möglichen Punkten im Sommer.

Innerhalb eines Jahres hat sich die Stimmung der regionalen Wirtschaft vom Tiefstwert (80 Punkte) auf den höchsten Wert seit drei Jahren gedreht. „Das Vertrauen der Unternehmen in den Aufschwung wächst. Zwar haben Kapazitäten und Produktion das Niveau vor der Krise noch nicht wieder erreicht, aber der klare Aufwärtstrend hat sich verfestigt“, erklärt Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg.

87 Prozent der befragten Unternehmen beurteilten ihre derzeitige Geschäftslage als befriedigend bis gut. Nur noch 13 Prozent zeigten sich unzufrieden. Das verarbeitende Gewerbe verbucht steigende Auftragseingänge, das Baugewerbe hat sich nach dem harten Winter wieder gefangen und auch der Handel zeigt sich zufrieden. „Die Industrie hat Fahrt aufgenommen und ihre Produktion wieder hochgefahren, davon profitiert die gesamte Wirtschaft“, bewertet Zeinert die Ergebnisse. Alle Hauptbranchen liegen jeweils über ihrem durchschnittlichen Stimmungswert der vergangenen fünf Jahre.

Fast jeder zweite Betrieb des verarbeitenden Gewerbes berichtet über steigende Auftragseingänge, nur 15 Prozent beklagten hier Rückgänge. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation somit komplett gedreht. Für die nächsten zwölf Monate erwarten 41 Prozent der Befragten eine sich weiter verbessernde Geschäftslage. 43 Prozent der exportierenden Betriebe rechnen mit wachsenden Auslandsgeschäften, nur 10 Prozent befürchten Rückgänge. Auch die Investitionsbereitschaft nimmt zu, jeder vierte Betrieb plant Neuanschaffungen.

Nachdem sich das Baugewerbe im zweiten Quartal langsam vom ungewöhnlich harten Winter erholt hat, stieg hier zum ersten Mal seit drei Quartalen auch die Stimmung. Doch der konjunkturelle Gewinner des zweiten Quartals ist die Investitionsgüterindustrie, die von der Krise besonders stark betroffen war. Die gestiegene Investitionsbereitschaft im In- und Ausland bewirkt ein Auftragsplus bei 72 Prozent der Unternehmen.

Von der Wirtschaftkrise weniger betroffen als vielmehr durch die kalte Witterung im ersten Quartal, hat auch der Einzelhandel im Sommer wieder Tritt gefasst. Die Kaufzurückhaltung zu Jahresbeginn ist überwunden – 85 Prozent der befragten Einzelhändler bewerten ihre Geschäftslage als zufriedenstellend bis gut. Und auch der Großhandel konnte den rasanten Aufwärtstrend der vorigen Quartale fortsetzen.

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