Aufnahmekontigent für Kreis verdoppelt: 6500 Flüchtlinge für Uelzen

Neueste Flüchtlingsunterkunft an der Nothmannstraße: Auch sie wird in Kürze voll belegt sein.

Uelzen/Landkreis. Mindestens 5000 Flüchtlinge wird der Kreis wohl bis Ende kommenden Jahres unterbringen müssen. Dazu rechnen muss man de facto noch einmal die 1500 Menschen, die voraussichtlich in der alten Kaserne Bad Bodenteichs untergebracht werden.

Weil der Komplex als eine Notunterkunft hergerichtet werden soll, ist das Land Niedersachsen für die Betreuung der Menschen zuständig.

Einen Tag nachdem Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Landtag in Sachen Flüchtlingsunterbringung die Reißleine gezogen und diverse Kommunen und Landkreis zur sofortigen Bereitstellung von 4000 Plätzen verpflichtet hat, funkt jetzt auch Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) in einer Pressemitteilung SOS. „Wenn die Zahl der vom Land zugewiesenen Flüchtlinge nächstes Jahr nicht noch weiter ansteigt, sondern sich konstant entwickelt, wird der Landkreis Ende 2016 insgesamt zirka 5000 Flüchtlinge unterzubringen haben“, schreibt Blume. Mit anderen Worten: Dass der Zustrom in absehbarer Zeit abebbt, damit rechnet jedenfalls Blume nicht. Noch schlimmer: „Ob die Unterbringung und auch die Sozialbetreuung dann noch gewährleistet werden können, ist nicht sicher.“ Man habe keine fertigen Pläne zur Unterbringung so vieler Menschen in der Schublade, so Kreissprecher Marcus Christ. Vielmehr sind die aktuell vorhandenen und vielleicht noch zu erwartenden Kapazitäten dramatisch mau. Laut Christ verfüge der Landkreis aktuell über 170 freie Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Außerdem verhandele die Kreisverwaltung derzeit über weitere Möglichkeiten der Unterbringung. Da rede man über Kapazitäten zwischen 100 und 120 Plätzen, berichtet Marcus Christ. 

Von Jens Schopp

Kommentare