„Auf Seilschaften reduziert“

Zwei Mitglieder des CDU-Kreisvorstandes zeigen jetzt Flagge: Nach den Ereignissen auf dem jüngsten Parteitag erklären sie ihren Austritt aus der Partei. Foto: Huchthausen (2)/Privat

Uelzen/Landkreis. Die Auseinandersetzung zwischen Dirk Offermann und Karsten Jäkel während der Mitgliederversammlung der CDU, bei der es um die Platzierung auf Listen für die Kreistagswahl ging (AZ berichtete), hat Konsequenzen: Die beiden Kreisvorstandsmitglieder Dirk Offermann und Joachim Delekat gaben jetzt ihren Austritt aus der Partei bekannt.

Wie berichtet, hatte der Uelzener Stadtverband Karsten Jäkel für Platz 2 auf der Wahlliste Uelzen-West vorgeschlagen. Der Kreisvorstand aber wollte hier Dirk Offermann sehen.

Enttäuscht – auch vom Kreisvorstand: Dirk Offermann.

Offermann legt mit seinem Parteiaustritt auch sein Amt als stellvertretender Kreisvorsitzender und Ortsverbandsvorsitzender in Veerßen/Hansen nieder. Insbesondere „die bekannten ‘Drohungen“ und ‘Erpressungen’ der letzten Tage und Wochen“ sowie „diverse Satzungsverstöße, überraschende organisierte persönliche Angriffe“ aus dem Ortsverein Holdenstedt und dem Stadtverband hätten ihn zu diesem Schritt veranlasst, schreibt Offermann in seiner Erklärung an den CDU-Kreisverband. Außerdem moniert er, dass der Kreisvorstand seine vorgeschlagene Platzierung während des Parteitages am vergangenen Donnerstag in der Uelzener Stadthalle nicht gerechtfertigt hatte.

Dirk Offermann stellt aufgrund dieser und weiterer Umstände fest, „dass diese CDU nicht mehr meine Partei ist. Sie scheint mindestens im Kreis Uelzen ausgebrannt und auf allerlei kurzsichtige Seilschaften reduziert, die sich ohne Ballast strategischer Planung zusammengerottet haben“. Joachim Delekat verlässt nach langjähriger Mitgliedschaft die Christdemokraten.

Zweifelt am Demokratieverständnis: Joachim Delekat.

„Auch infolge der kontroversen Personaldiskussion auf dem Kreisparteitag“, begründet er in einer Pressemitteilung an die AZ. Mit seinem Rückzug legt er auch seine Posten im erweiterten Stadtverbands- und Ortsvorstand Uelzen nieder. Als Staatsrechtslehrer an der Kommunalen Hochschule in Hannover habe er „hinsichtlich der Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Personalentscheidungen ein anderes Demokratieverständnis“, so Delekat. „Insbesondere bei Kandidatur-Häufungen auf vorderen Kommunalwahl-Listenplätzen von immer den gleichen Personen“ blieben Inhalte und Programme seiner Meinung nach auf der Strecke. Joachim Delekat: „Besser wäre eine breitere personelle Ausstattung mit verschiedenen Kandidaten auf den aussichtsreichen vorderen Plätzen gewesen.“

Von Ines Bräutigam

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