Ein weiteres Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg endet mit Freisprüchen für zwei Uelzener

Auch zweiter Spielhallen-Raub ungesühnt

tm Uelzen/Lüneburg. Die Spielhalle an der Uelzener Hansestraße scheint für Räuber ein gutes Pflaster zu sein: Zum zweiten Mal in sechs Wochen endete ein Verfahren gegen Verdächtige vor dem Landgericht Lüneburg jetzt mit einem Freispruch.

Somit wurden weder der Überfall vom 28. Januar 2014  noch der vom 15. Juni 2014 aufgeklärt. Bei beiden Taten waren es zwei maskierte Räuber, die die Kasse plünderten, in beiden Fällen war dieselbe Angestellte das Opfer – und auch sonst gibt es im Zusammenhang mit diesen Straftaten erstaunliche Parallelen.

So war der jetzt wegen des zweiten Überfalls angeklagte Sascha T. (29) beim ersten Raub als Gast in der Spielhalle zugegen. Und als Räuber ist er bereits rechtskräftig verurteilt: T. sitzt derzeit wegen des Überfalls auf die Sparkasse Westerweyhe am 21. März 2014 eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten ab.

Doch die Staatsanwaltschaft konnte keine Beweise vorlegen, die den 29-Jährigen und den fünf Jahre jüngeren mitangeklagten Steven G. überführt hätten. Die einzige Zeugin, die Spielhallen-Angestellte, stand unter dem Eindruck des ersten Überfalls derart unter Schock, dass sie zur Identifizierung fast nichts beitragen konnte.

Erinnert hatte sie sich lediglich an einen schwarzen Rucksack – allerdings an ein völlig anderes Modell, als bei einem der Verdächtigen sichergestellt worden war. Und die Überwachungskamera war an jenem 15. Juni 2014 nicht in Betrieb.

So blieb nur noch eine weitere Straftat übrig: T. und G. räumten ein, aus einem Pkw am Oldenstädter See am 15. Juni 2014 eine Geldbörse samt EC-Karte und diverse Ausweise gestohlen und mit der Karte Geld abgehoben zu haben – beide Taten waren auch nicht weiter schwierig: Zum einen hatte das Opfer das Schiebedach seines Wagens weit aufgelassen, zum anderen befand sich in der Geldbörse praktischerweise auch ein Zettel mit der Geheimzahl für die EC-Karte.

Verurteilt worden wären die beiden Angeklagten dafür allerdings auch ohne ihr Geständnis. Denn in diesem Fall hatte eine Überwachungskamera in der Bank erstklassige Fotos von dem unmaskierten Duo geschossen. Steven G. erhielt acht Monate Haft auf Bewährung, das Verfahren gegen Sascha T. wurde im Hinblick auf seine ohnehin langjährige Haftstrafe eingestellt.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare