Auch an den Ortolan gedacht

Auch die geplante Biogasanlage im Gewerbegebiet bei Rosche wird wie diese bereits in Stoetze bestehende vom Firmensitz Stoetze aus betrieben.

Rosche. - Von Jochen Frenz Wenn alles planmäßig läuft, dann dürfte noch in diesem Jahr die erste Biogasanlage in der Gemeinde Rosche gebaut werden.

Zumindest gab dafür der Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dieter Guhl auf seiner Sitzung in Kiehns Gasthaus grünes Licht und schaffte die für die Projektrealisierung unabdingbare Voraussetzung: Auf Vorschlag des Verwaltungsausschusses beschloss er die Aufstellung des Bebauungsplans „Biomethan Rosche“ als Satzung inclusive Begründung ebenso, wie er zuvor das Abwägungsprotokoll zur Planaufstellung mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur Abwägung beschlossen hatte. Beide Voten erfolgten einstimmig. Stellungnahmen waren lediglich vom Umweltamt des Landkreises abgegeben worden. Das hatte in Absprache mit der Verwaltung auch die Abwägungsvorschläge erarbeitet. Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans für das neue Plangebiet hatte der Samtgemeinderat bereits im vergangenen Dezember beschlossen

Wie Gemeindedirektor Rolf Musik vor der Abstimmung ausführlich darlegte, soll die Anlage im Roscher Gewerbegebiet in Nähe der Kieskuhle Schlademann an der Kreisstraße 16 in Richtung Katzien gebaut werden. Im Gegensatz zu den in der Region bisher am häufigsten gebauten Anlagen mit einer elektrischen Leistung um 500 Kilowatt wird die geplante Zwei-Megawatt-Anlage viermal soviel Strom und Wärme erzeugen. „Sie braucht dementsprechend mehr Platz. So sind dafür rund 5,3 Hektar an Fläche vorgesehen. Die Substratbehälter sind allerdings auf eine Maximalhöhe von 20 Meter begrenzt. Eine Eingrünung der Anlage soll deren Dominanz im Landschaftsbild reduzieren “, sagte Rolf Musik.

Die Investoren sind Landwirte aus der Region, die die Anlage als Gesellschaft unter der Leitung der Saatbau Stoetze betreiben werden. Die dafür im letzten Jahr gegründete Gesellschaft firmiert unter der Bezeichnung „Bigaro GmbH & Co. KG Stoetze“. Für die Anlage muss der Betreiber durch die Gemeinde einen Bebauungsplan erstellen lassen. „Der wird nicht von uns aus Steuergeldern bezahlt, den muss der Betreiber selbst bezahlen“, erläuterte Rolf Musik. Ausgleichsflächen auf und außerhalb der Anlage sollen sicherstellen, dass die durch sie verursachten Eingriffe in die Natur, in die Tier- und Pflanzenwelt entsprechend kompensiert werden. „Das gilt auch“, so der Verwaltungschef, „für den dort in einem ausgewiesenen Schutzgebiet lebenden und in seinem Bestand gefährdeten Ortolan. Für ihn wird über die Ausgleichsflächen hinaus weiterer Lebensraum durch Bestandsschutz der höheren Bäume geschaffen, den so genannten Singwarten.“

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