Das hat der Kreisausschuss für Wirtschaftsförderung jetzt einstimmig empfohlen

Attraktive Rabatte statt HVV

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Für einen Beitritt des Kreises Uelzen zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ist der Zug wohl abgefahren. Die Kreispolitik sieht dafür derzeit keine Chance und setzt sich stattdessen dafür ein, den ab Ende 2012 geplanten Niedersachsentarif für Zugreisende attraktiver zu machen. Foto: HVV

Uelzen/Landkreis. Der Landkreis Uelzen soll den von der Landesnahverkehrsgesellschaft (NLVG) ab Ende 2012 geplanten Niedersachsentarif im Schienenverkehr finanziell unterstützen, um das Bahnfahren für Pendler attraktiver zu machen. Das hat der Kreisausschuss für Wirtschaftsförderung jetzt einstimmig empfohlen.

Einem Beitritt des Kreises Uelzen zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV) lehnte das Gremium hingegen ab. Die damit verbundenen Kosten von etwa 750 000 Euro pro Jahr seien einfach zu hoch, hieß es. „Wir sollten die ganze Geschichte beerdigen“, sagte Hans-Jürgen Drögemüller (SPD).

Der Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (NVO), Dietmar Opalka, stellte dem Ausschuss jetzt Details zum neuen Niedersachsentarif vor. Dieser sieht ein einheitliches Preissystem für alle Zugfahrten vor und soll für alle Eisenbahn-Unternehmen im Land verbindlich sein. Von dem Tarif, der im vierten Quartal 2012 starten soll, verspricht sich die NLVG höhere Einnahmen, mehr Kundenfreundlichkeit beim Fahrkartenkauf und mittelfristig günstigere Ticketpreise.

So müssen Zugpendler aus dem Kreis Uelzen mit dem neuen Tarif künftig nicht mehr zwei Fahrkarten für die Strecke nach Hamburg kaufen – ein Ticket der Deutschen Bahn bis zum Hauptbahnhof und anschließend die Großraumkarte für die Fahrt im HVV-Gebiet –, sondern nur noch eine durchgehende Fahrkarte. Kostengünstiger wird die Reise in der Anfangsphase des neuen Tarifs aber noch nicht. Laut Opalka sollen die Preise, die für beide Tickets fällig würden, zunächst addiert werden. Im zweiten Schritt ab 2013 oder 2014 beabsichtige die LNVG aber, den Niedersachsentarif billiger zu machen.

Das dauert Ausschussmitglied Martin Oesterley (CDU) jedoch zu lang. „Der Kreis sollte den Niedersachsentarif finanziell fördern und den Reisenden frühzeitig Rabattmöglichkeiten gewähren – und nicht erst 2013/14“, forderte er und schlug vor, dafür Regionalisierungsmittel, die der Kreis Uelzen vom Land erhält, zu verwenden.

Wilfried Nickel (SPD) betonte die Bedeutung preisgünstiger Pendler-Verbindungen für die Zukunft der Region. „Wir müssen jungen Leuten ein Angebot machen, damit sie im Kreis Uelzen bleiben und nicht in die Ballungsräume ziehen. Hier sind die Fachleute gefordert, uns etwas aufzuzeigen“, betonte er.

Auch Opalka empfahl, sich für Rabatte stark zu machen. „Sie sollten nicht locker lassen, hier den zweiten Schritt ab 2013 einzufordern“, bekräftigte er.

Von Bernd Schossadowski

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