Atom: Trecker ziehn Stecker

Der Anti-Atom-Konvoi zieht bis zum Atomkraftwerk Krümmel. Dort ist für Sonnabend eine große Menschenkette geplant.

Uelzen - Von Diane Baatani. Alle Atomkraftwerke stillzulegen, die Endlager-Pläne für Gorleben aufzugeben und das Kraftwerk Krümmel nicht wieder ans Netz zu lassen, forderten Hunderte Demonstranten gestern bei einer Kundgebung auf dem Herzogenplatz in Uelzen. Mit einem Konvoi von rund 30 Traktoren und Bussen und etwa 30 Fahrrädern rückten Atomkraftgegner aus dem Wendland an und legten an einigen Kreuzungen den Verkehr lahm. Ihr Ziel: Atomkraftwerken den Stecker ziehen. So schlugen Aktivisten den Weg zur SVO Energie ein, wo sie gegen die Beteiligung des Konzerns an einer Energieversorgung durch Kernkraft protestierten.

Auf dem Herzogenplatz veranstalteten die Atomkraftgegner eine allgemeine Kundgebung, zu der sich weitere Uelzener aus Politik, Initiative und Vereinen sowie Schüler einfanden. Unter den Rednern waren Vertreter der Bürgerinitiativen Uelzen und Lüchow-Dannenberg sowie vom Deutschen Gewerkschaftsbund, außerdem Gerda Gade vom Gomelausschuss, die zu den Menschen 2009 aus dem Landkreis Uelzen gehört. Sie berichtete aus ihren Erfahrungen in der weißrussischen Region. „Als wir in das Tschernobyl-Gebiet gefahren sind, da war diese Stille, kein Vogel, kein Tier“, schilderte sie, „nichts hat uns so fertig gemacht, das bleibt bei einem sitzen.“ Sie befürchtet, dass solch ein Reaktor-Unfall wie in Tschernobyl wieder passieren kann.

Auch Bürgermeister Otto Lukat unterstützte die Forderungen der Demonstranten. „Wir selber betreiben eine Politik, die uns unabhängig machen soll von Kernenergie, und auch von fossilen Brennstoffen“, erklärte Lukat. Deshalb hält er es für nötig, den Weg des Atomausstiegs weiterzugehen. Von Kerstin Rudeck aus der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg nahm Lukat eine Anti-Atomkraft-Fahne entgegen. „Die Aufhängung werde ich jetzt alleine nicht veranlassen können, aber ich nehme sie schon mal mit“, erklärte er und trat, die Fahne schwenkend, zurück in die Menschenmenge.

Die Anti-Atom-Aktivisten setzten gestern ihren Weg Richtung Lüneburg fort. In Klein Bünstorf schlugen sie bei Musik und Lagerfeuer ihr Camp auf. Heute ist für 15 Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Lüneburg geplant. Am Sonnabend soll um 15 Uhr eine Menschenkette vor dem Atomkraftwerk Krümmel gebildet werden.

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