Projekt der Landwirtschaftskammer stellt Ergebnisse von dreijährigem Projekt am Donnerstag in der Stadthalle vor

Aquarius erforscht die Wege des Wassers

Inwiefern sind die Fließgewässer betroffen? Dr. Herbert Reusch nimmt Proben aus dem Röbbelbach. Die Ergebnisse gibt es am Donnerstag in der Stadthalle. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. In Nordost-Niedersachsen gehört die landwirtschaftliche Beregnung immer dann zum Landschaftsbild, wenn die meisten Menschen sich über ausdauernden Sonnenschein freuen.

Wer sich die Zeit nimmt, darüber nachzudenken, versteht schnell: Ohne die Zusatzbewässerung müsste der Ackerbau hier aufgegeben werden. Der Nachdenker stellt sich aber gleichzeitig die Frage, ob die Beregnung den Wasserhaushalt belastet. Das Projekt „Aquarius – dem Wasser kluge Wege ebnen!“ beschäftigt sich seit drei Jahren mit dem Thema Grundwasser, Fließgewässer und Beregnung.

Gerade in Nordost-Niedersachsen ist die Feldberegnung hoch effizient: Mit durchschnittlich rund 60 bis 80 Millimetern pro Jahr werden die natürlichen Regenmengen von gut 600 Millimetern ergänzt. Dies genügt, um das Ertragspotenzial der angebauten Kulturen auszuschöpfen, um die vom „Veredler“ geforderten Qualitäten zu erzeugen und um gleichzeitig die Auswaschung von Nährstoffen nachhaltig zu verringern.

„Mit dem Klimawandel wird die Feldberegnung noch existenzieller“, betont Projektleiterin Elisabeth Schulz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund enstand das Projekt Aquarius. Es untersucht beispielsweise auch, welche Auswirkungen die Feldberegnung auf die Fließgewässer hat? Denn die Anteile der Niederschläge, die Jahr für Jahr – hauptsächlich während des Winters – den Grundwasservorrat auffüllen, treten normalerweise mit ziemlicher Verzögerung über die Bäche wieder zu Tage. Das Wasser strömt dort aus dem „Grundwasserkörper“ durch die Sohlen und Seiten in die Bachbetten von Ilmenau, Jeetzel, Neetze sowie der vielen kleinen Zuflüsse.

Entstehen signifikante Schäden an den Bächen als Folge verringerter Abflüsse? Während dies schon vor einigen Jahren für viele Beregnungsgebiete in Niedersachsen verneint werden konnte, blieb die Frage bisher offen für die Region zwischen den Flüssen Jeetzel, Neetze und Ilmenau. „Wir haben beispielsweise den Röbbelbach, den Gollernbach und die Strachau untersucht“, sagt Schulz. Wieviel Wasser braucht der Bach eigentlich und in welchem Zustand sind die Bäche überhaupt? Könnten durch gemeinsame Aktivitäten von Beregnungslandwirten und Gewässerunterhaltungsverbänden – einem Joint Venture unter Anleitung und Aufsicht der Wasserbehörden – der heutige ungenügende Zustand der allermeisten Bäche verbessert werden und gleichzeitig zusätzliche Beregnungsmengen bewilligt werden? Welche Möglichkeiten bestehen, um die verfügbare Wassermenge zu erhöhen? Und: Gibt es noch zumutbare Einsparpotenziale auf den Äckern? Führt eine Erhöhung der Wassernutzungseffizienz zu geringerem Wasserverbrauch? Welche Rolle spielt die hiesige Landwirtschaft aus globaler Sicht? Und aus regionaler Sicht? Viele Fragen. Die Antworten gibt es bei der Abschlusskonferenz des Projektes „Aquarius – dem Wasser kluge Wege ebnen!“.

Aquarius ist ein Projekt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Uelzen, in Kooperation mit Partnern aus sechs Nordsee-Anrainerstaaten sowie mit den niedersächsischen Fachbehörden. Es wurde drei Jahre lang mit insgesamt 935 000 Euro gefördert durch den Regionalentwicklungsfonds der EU und durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz.

Die Abschlussveranstaltung am Donnerstag, 14. Juni, von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Stadthalle Uelzen wendet sich an alle Interessierten. Sieben Vorträge werden gehalten. Das Programm findet sich unter www.lwk-niedersachsen.de, Webcode 02019754.

Von Jörn Nolting

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