Krankenkasse startet für ihre erwerbstätigen Versicherten Programm für Psychotherapie

800 AOK-Patienten mit Burn-out

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Symbolfoto

Uelzen. Etwa 800 Versicherte der AOK werden pro Jahr im Landkreis Uelzen wegen einer Depression oder wegen Burn-out krankgeschrieben. Landesweit sind es jährlich etwa 50 000 Personen, berichtet Oliver Giebel, Pressesprecher der AOK Niedersachsen.

Die Wartezeiten für Psychotherapien sind lang: Ein Patient im Landkreis Uelzen muss durchschnittlich 18 Wochen auf ein Erstgespräch warten, bestätigt die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer. Demnach habe sich der Zustand in den vergangenen Jahren nicht verbessert. Damit erwerbstätige AOK-Versicherte schneller zum Zuge kommen, können Psychotherapeuten gegen ein Extrahonorar von 250 Euro pro Person abends zusätzliche Sprechstunden einrichten. Diese Regelung haben die AOK Niedersachsen als einzige Krankenkasse und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) gemeinsam mit Verbänden der Hausärzte und Nervenärzte vereinbart.

Allgemeinmediziner und Fachärzte, die für den Bereich zusätzlich qualifiziert sind, können ebenfalls an dem Programm teilnehmen. Aus dem Kreis Uelzen haben sich nach Angaben der AOK bislang 14 Ärzte gemeldet, auf Psychotherapeuten warte die AOK noch.

Eine Managementstelle bei der KVN soll die Termine koordinieren, sodass AOK-Versicherte innerhalb von 14 Tagen behandelt werden können. Gestartet wird am 1. Oktober in Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück, nach und nach soll auch in den übrigen Regionen das Konzept umgesetzt werden.

Die AOK sieht für die gesamte Volkswirtschaft Vorteile, wenn an Depressionen Erkrankte so schnell wie möglich wieder arbeitsfähig würden. Eine Ersparnis von Krankengeld sei nicht der Grund, betont Giebel auf AZ-Nachfrage, die AOK investiere zehn Millionen Euro in das Programm. Durch geringere Ausgaben für Krankengeld sei diese Summe nicht zu refinanzieren, erläutert er.

Auch Uelzener Therapeuten haben sich angemeldet.

Von Diane Baatani

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