Anwohner klagen über Schmutz und Belästigungen

Obdachlose in der Parkpalette Uelzen

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Keinen attraktiven Anblick bietet die Einfahrt zur Parkpalette am Hundertwasser-Bahnhof.

Uelzen. „Don‘t drink and drive“ – diesen Spruch haben Unbekannte an eine Wand der Parkpalette am Uelzener Bahnhof geschmiert.

Den gut gemeinten Rat beherzigen einige Besucher jedoch nur zur Hälfte: Sie fahren zwar kein Auto, konsumieren dafür aber Alkohol, wie die vielen leeren Spirituosenflaschen im Umfeld vermuten lassen. Die Rede ist von Obdachlosen, die sich in dem Parkhaus aufhalten. Darüber regt sich jetzt Unmut bei Anwohnern.

Leere Alkoholflaschen, Plastikbecher und Verpackungsreste liegen auf dem städtischen Grundstück hinter der Parkhaus.

„Die campieren dort schon seit einigen Monaten“, kritisiert ein Nachbar der Parkpalette, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Zu allem Übel verrichteten die Obdachlosen ihr „Geschäft“ in umliegenden Hauseingängen. „Das ist wirklich unzumutbar“, schimpft der Mann im AZ-Gespräch. „Außerdem stehen am Parkhaus jede Menge leere Alkoholflaschen herum.“ Überdies, so die Beobachtung des Anliegers, belästigten die Obdachlosen weibliche Passanten durch Rufe.

Tatsächlich finden sich vor und hinter dem Parkhaus zahllose leere Alkoholflaschen, aber auch zerknüllte Zigarettenpäckchen, Tabakbeutel und Plastikbecher. Der Stadt sei bekannt, dass sich dort Obdachlose aufhalten, sagt Sprecherin Ute Krüger auf Anfrage: „Wir haben im Parkhaus nach Hinweisen gesucht und zwei Schlafsäcke und einige Sachen gefunden.“

Um Kontakt aufzunehmen, habe ein Rathaus-Mitarbeiter einen Zettel an den Schläfsäcken befestigt – mit der Bitte, dass sich die Betreffenden bei der Stadt Uelzen melden sollen. Ansprechpartner, Rufnummer und Adresse seien ebenfalls darauf notiert gewesen, so Krüger. Zudem sei die Bundespolizei gebeten worden, die Obdachlosen, falls sie angetroffen werden, zur Stadtverwaltung zu schicken.

Die Stadt sei bemüht, die Betreffenden zu beraten und ihnen zu helfen. „Angeboten werden könnten beispielsweise ein kurzer Aufenthalt in der Herberge am Bohldamm oder die Unterbringung in der Unterkunft im Böh. Auch eine Unterstützung zur Begründung eines festen Wohnsitzes könnte vermittelt werden“, zählt Krüger auf. Allerdings hätten sich die Obdachlosen bis gestern nicht im Rathaus gemeldet. Die Schlafsäcke und persönlichen Sachen seien verschwunden. „Das verschmutzte Grundstück hinter der P+R-Anlage wird kurzfristig gereinigt“, kündigt die Sprecherin an.

So dramatisch, wie vom Anwohner geschildert, sei die Situation aber nicht, betont Ralf Munstermann, Leiter des Streifendienstes der Polizei Uelzen. Die Obdachlosen seien „in keiner Weise gefährlich“. Die Polizei fahre dort regelmäßig Streife, Einsätze habe es aber seit Monaten nicht gegeben. „Und eine Anhäufung von Leergut hat man ziemlich schnell“, meint er.

Von Bernd Schossadowski

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