Der Besuch kommt wie geplant

Anschläge unweit von Uelzens französischer Partnerregion: Jugendaustausch läuft

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Eine Gruppe aus Uelzen war im Frühsommer in der französischen Partnerregion zu Gast. Dabei besichtigten die Teilnehmer auch das kleine Städtchen Ry im Department Seine-Maritime.

Uelzen. Er sei schon einigermaßen zusammengezuckt, als er Dienstagmittag von dem Terroranschlag in Saint-Étienne-du-Rouvray gehört habe, sagt Eckart Bohne.

Er ist Geschäftsführer des Uelzener Komitees für internationale Partnerschaften. Saint-Étienne-du-Rouvray liegt rund zehn Kilometer südlich von Rouen. In die dortige Region Plateau Nord/Est de Rouen (Bois-Guillaume) pflegt das Partnerschafts-Komitee für Stadt und Landkreis seit 1973 eine enge Freundschaft. Am Montag, 8. August, wird von dort wieder eine Gruppe junger Franzosen in Uelzen erwartet. Im Frühsommer war eine Gruppe Uelzener in der Normandie zu Besuch. Der Ex-Stadtdirektor Uelzens und ehedem Motor der Städte- beziehungsweise Regionspartnerschaften, Udo Hachmann, kennt Ort und Kirche, wo die Bluttat von zwei jungen Männern begangenen wurde (AZ berichtete).

„Der Besuch unserer französischen Freunde wird wie geplant stattfinden“, sagt Bohne. Er habe bis gestern aus Frankreich nichts Gegenteiliges gehört. Auch in Bezug auf die Sicherheitslage in Deutschland nach den Anschlägen in Würzburg, München und Ansbach seien ihm keine Bedenken seitens der Franzosen zu Ohren gekommen. Bis zum 16. August werden die Jugendlichen aus der Partnerregion Plateaus Nord/Est de Rouen bei Gastfamilien im Landkreis zu Besuch sein, berichtet Bohne.

Kontakt in die Gegend von Saint-Étienne-du-Rouvray habe man nicht. „Die Klein-stadt liegt südlich der Seine, die die ganze Region teilt“, sagt Eckart Bohne. Der Austausch beziehungsweise die Uelzener Partnerschaft beschränke sich auf den nördlichen Teil der Region um Rouen.

Bei ihrer Visite in der Normandie vor wenigen Wochen war die Uelzener Delegation auch in dem kleine Ort Ry (Seine-Maritime) zu Besuch. Der möchte sich ebenfalls in den Austausch mit Uelzen einklinken, wie Karl Rainer Görke von der Uelzener Fotogilde berichtet. Mitglieder der Fotogilde waren bei dem Abstecher nach Frankreich ebenfalls mit dabei.

Für das kommenden Jahr plant der Partnerschaftskomitee ein multinationales Jugendprojekt im Landkreis Uelzen. Eingeladen sind Gäste aus Frankreich, Uelzens englischer Partnerstadt Barnstaple sowie aus Lettland und Polen. „Mündlich haben wir schon Mitteilung bekommen, dass Gäste gerne nach Uelzen kommen würden“, sagt Bohne. Schriftlich habe man allerdings noch nichts vorliegen. Bis zum Herbst könnten sich Jugendgruppen aus angeschriebenen Städten für das Projekt anmelden, so Komitee-Geschäftsführer Eckart Bohne.

Von Jens Schopp

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