Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf privater und öffentlicher Fläche

Angst vor der Raupe

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Uelzen: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf privater und öffentlicher Fläche.

Uelzen. Zwar liegt das Frühjahr – und somit die aktive Zeit des Eichenprozessionsspinners – noch in weiter Ferne, Thema ist er aber schon jetzt in Stadt und Landkreis Uelzen.

In Sitzungen und Ausschüssen wird über Strategien diskutiert – so auch im Ortsrat von Molzen, Riestedt und Masendorf. Der städtische Baudezernent Karsten Scheele-Krogull nahm auf eine Anfrage aus dem Ortsrat zum Raupen-Problem Stellung und erläuterte, dass lediglich betroffene Bäume auf öffentlichen Flächen, nicht aber auf angrenzenden Privatgrundstücken durch von der Stadt Uelzen beauftragte Firmen behandelt würden. Die Gefahr der Raupen dürfe nicht unterschätzt werden, bekam Scheele-Krogull bei der Sitzung aus den Reihen der Einwohner zu hören.

Wie berichtet, sorgten die pelzigen Raupen Mitte des Jahres für Unruhe: Die Stadt Uelzen hatte unter anderem davor gewarnt, Waldgebiete zu betreten, in denen der Eichenprozessionsspinner gesichtet worden war, Anwohner klagten über allergische Reaktionen wie Atemnot und Hautausschlag.

Stadtsprecherin Ute Krüger erklärt auf Anfrage der AZ: „Auf privaten Grundstücken ist der Eigentümer für die Pflege seiner Bäume zuständig. Dies gilt auch für den Befall mit Eichenprozessionsspinnern.“ Krüger weiter: „Wenn die Stadt bei der diesjährigen Kontrolle der öffentlichen Flächen im Stadtgebiet auch auf privaten Grundstücken einen Befall festgestellt hatte oder Grundstückseigentümer auf uns zugekommen sind, haben wir informiert, beraten und eine Vermittlerfunktion wahrgenommen.“ Auch künftig werde für das Tätigwerden der Stadt das Ausmaß des Befalls maßgeblich sein. „Sind wie in diesem Jahr eher bestimmte Gebiete betroffen, sind Maßnahmen auf Rechnung der Stadt auf privaten Grundstücken rechtlich nicht möglich. Würde sich der Eichenprozessionsspinner aber noch wesentlich stärker ausbreiten, wäre eine flächendeckende Bekämpfung – also in öffentlichen und privaten Bereichen – zu prüfen.“

Im Nachbarkreis Lüneburg werden Kosten für die Bekämpfung nach Angaben des ersten Kreisrats Jürgen Krumböhmer auf privatem Grund sowohl von den Eigentümern, als auch den Samtgemeinden getragen. Es gehe ausdrücklich um die menschliche Gesundheit, betont er. Daher sei die Thematik „zentralisiert im Gesundheitsamt“ angesiedelt.

Im Landkreis Uelzen hingegen, erklärt erster Kreisrat und Geschäftsführer des Gesundheitsamtes Uwe Liestmann, ist die Bekämpfung des Insekts eine Maßnahme der allgemeinen Gefahrenabwehr. Betroffene müssen die Kosten einer Beseitigung auf privatem Grund selber tragen.

Ende des Monats, am 30. November, findet der Niedersächsische Landkreistag statt. Liestmann geht davon aus, dass auch dort das Thema „Eichenprozessionsspinner“ erörtert werden wird und verrät, derzeit in Zusammenarbeit mit den Nachbarkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg zu stehen. Denn: „Der Eichenprozessionsspinner macht auch vor Kreisgrenzen nicht halt.“

Bis Ende des Monats werden Häufungsgebiete in einem sogenannten „Geoinformationssystem“ erfasst. Weiter gelte es dann, die effektivsten Bekämfungsmaßnahmen zu ermitteln. Das könne zum Beispiel das Aufsprühen von Schädlingsbekämpfungsmitteln sein. Hinweise werden spätestens im Frühjahr 2013 herausgegeben.

Auch die Stadt möchte auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen präventive Maßnahmen treffen. „Derzeit arbeiten wir eng mit den Kommunen im Landkreis und dem Landkreis Uelzen selbst zusammen, tauschen uns aber auch mit den Nachbarkreisen aus“, schildert Ute Krüger die aktuelle Lage. Konkret sei vorgesehen, „im frühen Stadium ein Sprühmittel an betroffene Stellen der Eichen einzusetzen, damit die Tiere frühzeitig absterben.“ In der Vergangenheit wurden die Raupen über eine spezielle Technik des „Abflammens“ beseitigt.

Von Anna Petersen

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