Ausbau verzögert sich um Jahre

Amerikalinie Uelzen-Stendal: 16 Bahnübergänge zu eng gebaut...

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Das zweite Gleis der Amerikalinie ist in vielen Abschnitten fertig – doch es kann über Jahre nicht genutzt werden.

Uelzen. Der zweigleisige Ausbau der so genannten Amerikalinie der Deutschen Bahn auf dem Abschnitt Uelzen-Stendal verzögert sich wohl um Jahre:

16 Bahnübergänge, die gerade erst umgebaut wurden, sind eine Fehlkonstruktion und nicht für den Bau eines zweiten Gleises geeignet – die Bautrupps haben sich schlichtweg nicht an die vorliegenden Pläne gehalten. Über diese unerwartete Entwicklung mussten gestern die Bahn-Manager Lutz Winkler, Michael Wuth und Andreas Ecker während einer Pressekonferenz in Salzwedel informieren.

Ursprünglich sollte in den Abschnitten Hohenwulsch-Brunau/Packebusch sowie Rademin-Salzwedel bis zum 7. November das zweite Gleis in Betrieb genommen werden. Zuvor wollte die Bahn bis zum 31. August Software und Stellwerkstechnik modernisieren. 2016 oder 2017 sollte dann der straßenseitige Umbau der Bahnübergänge erfolgen.

Doch das ist nun alles hinfällig. Denn die Bahn will oder muss nun zuerst die Bahnübergänge auf Vordermann bringen. Dazu werden alle in Frage kommenden Querungen untersucht. Ende August oder Anfang September soll dann Klarheit über den künftigen Zeitplan des Ausbaus herrschen. Die Jahre 2016 und 2017 werden nunmehr wahrscheinlich für den erneuten Umbau der Bahnübergänge benötigt, frühestens 2017 könnte dann das zweite Gleis in Betrieb genommen werden. Der Softwarewechsel verschiebt sich ins Jahr 2018.

Die Probleme bei den 16 Bahnübergängen liegen in einer teilweise zu engen Fahrbahn und darin begründet, dass die Schranken nicht die komplette Fahrbahn abdecken. Alles Dinge, die laut der Umbaupläne geändert werden sollten. Der Ausbau der übrigen, noch eingleisigen Abschnitte der Amerikalinie soll sich nicht verzögern. Die zweite Bauphase soll zirka 2020 beginnen und bis 2025 abgeschlossen sein. Sie ist mit rund 300 Millionen Euro außerdem deutlich teurer als die sich nun hinziehende erste Phase mit 54 Millionen Euro.

Im Schienenpersonenverkehr soll es nur geringfügige Änderungen geben. Dazu laufen Gespräche mit der NASA (Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt) bezüglich der Regionalbahn Stendal-Salzwedel. Der Regionalexpress Uelzen-Magdeburg bleibe unberührt.

Von Jens Heymann

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