Zweigeteiltes Sommerkonzert des Herzog-Ernst-Gymnasiums im Theater

Ambitioniert und fröhlich

Das sind die Bösen: Auf der Jagd nach den Bremer Stadtmusikanten landen auch sie im Theater.

Uelzen. „Lasst uns in Bremen, lasst uns in Bremen ‘ne Musikkapelle gründen. I-aa, wauwau, miau, kikeriki!“ Da marschieren alle Mitwirkenden im Polonaise-Gänsemarsch unter dem rhythmischen Applaus des Publikums, das danach mit einem Ohrwurm aus dem Saal geschickt werden wird, aufgekratzt und fröhlich von der Bühne.

Nach turbulentem Sommerkonzertspiel, das die „Kleinen“ des Herzog-Ernst-Gymnasiums inzwischen traditionell mit einem Musical absolvieren.

Erschwerend für die Aufführung kam in diesem Jahr dazu, dass Wolfgang Knappe krank zu Bette liegt und Heiko Schlegel erst drei Tage vor dem Termin die Leitung übernehmen musste. Diese Hürde setzte allerdings sichtbar Energien frei, die Funken schlug bis zu den Zuschauern, die wieder einmal sehr angerührt waren von den Leistungen der Schüler.

„Hat‘s schon angefangen“ ist der Titel des Musicals, das ganz gegenwärtige Widrigkeiten des Kulturbetriebes vorführt: Da sind alle Schauspieler und Musiker des Theaters lieber zum Fernsehen gegangen, haben eine verzweifelte Prinzipalin und Souffleuse zurück gelassen. Allerdings auch einen optimistischen Mann an der Pauke: „Alle Spieler sind fort,/ doch im Kopf ist ein Ort,/ und mit etwas Fantasie: Hört ihr sie? Hört ihr sie?“ Aber wie das Leben so spielt, ins nicht abgeschlossene Haus wehen verschiedene Kinder und wollen Theaterspielen. Auch wenn Schauspieler eigentlich ein zu erlernender Beruf ist – sie wollen es versuchen. Und wie sie es können! Ein wilder Mix aus Bremer Stadtmusikanten mit Räubertruppe, aber weil irgendjemand Prinzessin sein will, integriert man auch die samt Hofstaat in die Konzeption. – Da fliegen die Dialoge, da stimmt der Witz, da füllen die Kinder die Bühne, singen und spielen, dass es eine Freude ist. Unterstützt durch Rhythmusgruppe, Orchester und großen Chor fürs Volumen im Hintergrund. Stürmischer Beifall am Schluss und glückliche Akteure.

Nach der Pause stellten sich die Großen den Zuschauern. Bereits den ganzen Tag über hatte das Gymnasium eine Woche vor den Sommerferien sein Schulfest mit Eltern und Lehrern gefeiert.

Von Barbara Kaiser

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