Verkehrsvereinsvorsitzender fordert Entscheidung

Altes Rathaus: Begehren die Uelzener auf?

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Der Umbau des Alten Rathauses ist Streitthema geworden.

Uelzen. Hans-Jürgen Bertram ahnt es schon: Um nicht allzu viel zusätzliches Geld ausgeben zu müssen, befürchtet der Vorsitzende des Verkehrsvereins Uelzen, dass sich die Stadtpolitik in Sachen Altes Rathaus nur für eine Minimallösung des aktuellen Problems aussprechen könnte.

Und dieses aktuelle Problem lautet, wie mehrfach berichtet, die von großen Teilen der Bevölkerung kritisierte Gestaltung der ehemaligen Arkadenseite des Gebäudes noch einmal zu überarbeiten.

„Noch mehr Kosten?“, so Bertram, „ja, das wird leider nötig sein“, schwant dem Tourismus-Experten, der mit anderen Bürgern den Protest gegen die im Alten Rathaus verbaute Aluminiumtür und schlichten bodentiefen Fenster in Gang gesetzt hatte. Denn: „Ein Bürgerbegehren mit einem Bürgerentscheid wird ein Vielfaches kosten“, so Bertram.

Wie berichtet, werden die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung, Umweltschutz und Bauen am morgigen Donnerstag über 26 Varianten einer alternativen Gestaltung mit verschiedenen Fenster- und Türformaten beraten. Und Hans-Jürgen Bertram warnt die Politiker, „die jetzt zaghaft sind und sich von fragwürdigen Zwängen leiten lassen“, den Weg des geringsten finanziellen Widerstands zu gehen. Es müsse eine Änderungsvariante gefunden werden, die von allen Uelzener Bürgern akzeptiert werde, so Bertram, schließlich treffe man eine Entscheidung, die für die nächsten hundert Jahre Bestand habe. Schon allein deswegen dürfe nicht vordergründig der Kostenfaktor entscheidend sein, appelliert er. „Das Alte Rathaus gehört uns allen, nicht dem Gebäudemanagement, dem Stadtbaurat oder dem Bürgermeister.“ Bertram erwarte jetzt „eine klare Entscheidung weg von den billigen Ladenfenstern und hin zu, dem klassizistischen Stil angepassten, Fensterelementen und einem ebenso dazu passend gestalteten Eingangsbereich – in Anlehnung an die im Obergeschoss bereits eingebauten Fenster, wie sie auch an der Hauptfassade prägend sind“.

Unverzichtbar für den Verkehrsvereinsvorsitzenden seien sogenannte Faschen (Fensterumrandungen). „Und auch die Dachflächenfenster in der Spitze des Giebels müssen weg“, findet Hans-Jürgen Bertram. Und nicht zuletzt seien seiner Ansicht nach auch die Ausgangstüren an der zur Ratsweinhandlung gelegenen Gebäudeseite „nicht mehr haltbar“.

Die Sitzung des Stadtplanungsausschusses beginnt am Donnerstag um 18 Uhr im großen Saal des Uelzener Rathauses – des neuen natürlich.

Von Ines Bräutigam

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