Uelzens Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch fordert Änderung im Brandschutzgesetz

Altersgrenze dem Berufsleben anpassen

Die Feuerwehren im Landkreis Uelzen reagieren auf den demografischen Wandel: Neben der Zugalarmierung werden immer mehr Frauen Mitglieder der Feuerwehr. Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. „Wir haben die Zugalarmierung, dadurch ist gewährleistet, dass immer genügend Feuerwehrleute vor Ort sind, wenn es brennt“, sagt Kreisbrandmeister Dieter Ruschenbusch.

Trotzdem ist er ein Verfechter eines Vorhabens, das noch vor der politischen Sommerpause in Niedersachsen umgesetzt werden könnte: die Lockerung der Altersgrenze bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Altersgrenze für den ehrenamtlichen Dienst liegt derzeit bei 62 Jahren. „Das Brandschutzgesetz wird novelliert“, erkärt Ruschenbusch. Doch es gibt unterschiedliche Auffassungen innerhalb Niedersachsens. „In Osnabrück ist es beispielsweise anders als in unserer Region“, weiß der Kreisbrandmeister. Doch gerade Berufsfeuerwehren sträuben sich gegen diese Regelung, so dass niedersachsenweit laut Ruschenbusch nur 68 Prozent der Feuerwehren dafür sind. Außerdem: Wer im Alter von 62 Jahren nicht mehr geeignet ist, der könne es auch vorher schon nicht. Deshalb würde Ruschenbusch es gerne sehen, dass die Altersgrenze der Freiwilligen Feuerwehr an die der beruflichen Altersgrenze angepasst wird. Am Mittwoch, 11. Juli, findet in Hannover eine Podiumsdiskussion zu eben diesem Thema statt.

Immer wieder müssen die Feuerwehren ausrücken, doch oft handelt es sich um Fehlalarme. „Wir müssen da unterscheiden“, sagt der Kreisbrandmeister. Wenn im Altenheim der Feueralarm losgeht, weil einer der Bewohner beispielsweise raucht, dann ist es kein Fehlalarm, sondern die Anlage reagiert, wie sie reagieren muss. Nur wenn Betriebe regelmäßig auffallen, dann wird der Brandschutzbeauftragte alarmiert. Die Feuerwehren im Landkreis Uelzen haben bereits auf den demografischen Wandel reagiert: So sind die Kinderfeuerwehren – inzwischen gibt es sechs – ein Baustein. Auch die Zahl der weiblichen Mitglieder steigt an. Inzwischen sind es 417. Die Frauen übernehmen inzwischen Führungspositionen und stellen eigene Gruppen. „Kinder, Frauen und Altersgrenze – das sind die drei Komponenten“, sagt der Kreisbrandmeister.

Eine weitere Alternative, um auch die kleinen Feuerwehren schlagkräftig zu erhalten, ist die Möglichkeit der doppelten Mitgliedschaft. „Wer beispielsweise in Oetzen arbeitet und dort nicht wohnt, der kann trotzdem mit ausrücken“, schildert Ruschenbusch. Dieses System funktioniert auch über die Landkreisgrenzen hinaus. Allerdings muss in diesem Fall mit beiden Gruppen geübt werden.

Insgesamt gibt es im Landkreis Uelzen 4044 aktive ehrenamtliche Mitglieder. Die meisten finden sich aufgrund der Fläche in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf (1407), in der Gemeinde Bienenbüttel sind es mit 368 die wenigsten.

Von Jörn Nolting

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