28-Jähriger aus Adendorf entwickelt soziales Netzwerk – und Tiere dürfen auch mitmachen

Alternative zu Facebook und Co.?

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Der Adendorfer Hennig Herz hat mit „bebroadcast“ eine Alternative zu Facebook und Co. programmiert. Laut Herz ist diese sicherer und benutzerfreundlich.

Adendorf. Braucht die Welt wirklich noch ein neues soziales Netzwerk im Internet? Für Henning Herz aus Adendorf bei Lüneburg steht das außer Frage: „Facebook ist in meinen Augen heute kein soziales Netzwerk mehr.

Statt Aktivitäten und Beiträge seiner Freunde werden immer mehr bezahlte ‘Das könnte dich interessieren’-Beiträge in Verbindung mit Werbung angezeigt. “ Auch der Datenschutz ist nach Ansicht des Web-Programmierers, der fünf Jahre bei der Bundeswehr als Systemadministrator gearbeitet hat, bei Facebook mehr als fragwürdig: „Niemand weiß wirklich, was mit den eigenen Daten dort passiert. Trotz vieler Erklärungsversuche bleibt alles sehr undurchsichtig. “.

Bei seinem für die Nutzung auf Computer, Smartphone und Tablet entwickelten Projekt „bebroadcast“ garantiert der ehemalige Zeitsoldat umfassende Transparenz, optionale Werbefreiheit und kompromisslosen Datenschutz: „Wir wollen das unter anderem durch den NSA-Abhörskandal verlorene Vertrauen zurückerobern. Bei ‘bebro’ behält jeder User jederzeit die vollständige Kontrolle über die Speicherung und Verwendung seiner Daten. Auch Suchmaschinen werden natürlich keinen Zugriff auf den ‘eingeloggt’-Bereich haben und somit private Daten und Inhalte nie zu Gesicht bekommen.“

Bei der sukzessiven Entstehung von „bebroadcast“ setzt der 28-Jährige auf Interaktion mit den potenziellen Nutzern, informiert sie in regelmäßigen Youtube-Videos über den neuesten Entwicklungsstand und lädt sie im Bereich „Deine Meinung“ zur Mitarbeit ein: „Jeder kann hier Verbesserungsvorschläge oder Ideen für neue Funktionen einbringen, die er bei anderen sozialen Netzwerken vermisst.“ Das von Herz selbstfinanzierte „Facebook made in Adendorf“ soll im Prinzip alle Features des großen US-Bruders bieten, darüber hinaus aber noch einiges mehr: So wird beispielsweise die Farbe und Hintergrundgestaltung der Seite vielfältig personalisierbar sein und bald auch tierische Profilierungsmöglichkeiten eröffnen, wie Herz verrät: „Der Hund meines Bruders brachte mich auf die Idee, Haustieren hier einen ganz besonderen Auftritt zu verschaffen.“

Der mit seinem Bruder Malte vor etwa einem Jahr entwickelte Prototyp war an einem zu langsamen Server und der mangelnden Verfügbarkeit für Smartphones gescheitert. Fehler, aus denen der Programmierer gelernt hat: „bebro ist jetzt mit einem neuen, schnelleren Server für 20 000 bis 50 000 Nutzer ausgelegt und sollte in spätestens vier Monaten an den Start gehen können.“ Wer mitmachen möchte: www.bebroadcast.com

Von Marcus Kieppe

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