Alle Seiten müssen Kompromisse machen

mr Uelzen/Landkreis. In der Diskussion um die künftige Schulstruktur im Landkreis warnt der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Claus-Dieter Reese, zum Auftakt davor, "sich schon vorab auf Modelle festzulegen". Der Christdemokrat reagiert damit auf erste Initiativen aus der SPD-Kreistagsfraktion. Die Sozialdemokraten favorisieren die Gründung einer Integrierten Gesamtschule in Uelzen und sehen sich nach einer Analyse der Zahlen aus dem Gutachten der Projektgruppe Bildung und Region darin bestätigt (AZ berichtete).

"Ich kann zunächst einmal nur sehen, dass sich bei der Elternbefragung 15 Prozent für eine Kooperative Gesamtschule und 14 Prozent für eine Integrierte Gesamtschule ausgesprochen haben", kommentiert Reese den Vorstoß. Er plädiert dafür, dass mit den Gemeinden und mit den Eltern die Ergebnisse des Gutachtens intensiv diskutiert werden sollten, bevor die Kreispolitik den Schulentwicklungsplan aufstellt.Den Auftakt bildet dafür die nächste Sitzung des Kreisschulausschusses am Dienstag, 4. Mai. Dort wird Hubertus Schober von der Projektgruppe die Ergebnisse erläutern. Da die Kreisverwaltung mit einem großen Andrang von Interessierten rechnet, hat sie die um 15 Uhr beginnende Sitzung in den Ratssaal des Uelzener Rathauses verlegt."Wir brauchen eine zukunftsfähige Schullandschaft, die unsere finanziellen Ressourcen nicht überschreitet", lautet für Reese und seine Fraktion eine der Prämissen für diese Diskussion. Mit den Christdemokraten werde es nicht dazu kommen, "dass in kürzester Zeit im ländlichen Raum Schulstandorte abgebaut werden", kündigt Reese zugleich ein.Die Gutachter prognostizieren in den nächsten zehn Jahren einen Rückgang der Schülerzahlen im Landkreis um rund 40 Prozent. Dies werde zu neuen Modellen und Einschnitten bei den Schulen auf dem Land führen, heißt es in der Expertise. "Es wird hier keine reine Lehre geben", glaubt Reese und fordert eine konstruktive Diskussion: "Alle Seiten werden Kompromisse machen müssen."

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