Alkoholverbot funktioniert

Vor vier Montaten, als das Alkoholverbot in Metronom-Zügen in Kaft trat, gab es ein großes mediales Interesse.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. „Das Alkoholkonsumverbot in denMetronom-Nahverkehrszügen funktioniert.“ Diese Bilanz zieht Tatjana Festerling, Sprecherin der Uelzener Eisenbahngesellschaft, rund vier Monate nach der Einführung des Verbotes am 15. November 2009.

Neben den subjektiven Eindrücken der Fahrgäste über ein entspanntes, angenehmes Reisen in deutlich saubereren Zügen sei die Zahl der auf Metronom-Fahrten begangenen Straftaten seitdem deutlich gesunken, berichtet Festerling. So erfasste die Bundespolizei im Oktober vorigen Jahres – damals noch ohne Alkoholverbot – 188 Straftaten. „Im Februar 2010 lag diese Zahl lediglich bei 68“, freut sich die Sprecherin.

Auch das Müllaufkommen hat sich deutlich verringert. So fielen im Januar laut Festerling sieben Tonnen weniger Abfall – Pfandflaschen und -dosen nicht mitgerechnet – an als in den Monaten zuvor. Ebenfalls zurückgegangen ist der Vandalismus in den Zügen. „Eingeschlagene Deckenplatten, verbogene Lampengitter, zerkratzte Tische, zerschlitzte oder eingenässte Sitze kommen so gut wie nicht mehr vor“, sagt Festerling. Für die Beseitigung dieser Schäden hatte Metronom zuletzt rund 500 000 Euro im Jahr aufwenden müssen.

Auch die Sauberkeitin den Zügen hat zugenommen. Neben den normalen Putz-Intervallen sei seit Mitte November nur eine einzige zusätzliche Reinigung erforderlich geworden, erklärt Festerling. „Früher war dies an Fußball-Wochenenden die Regel.“

Die Erfahrungen bei der Durchsetzbarkeit des Alkoholverbots, an das Logos an den Zugtüren und Piktogramme in den Wagen unmissverständlich erinnern, sind bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls sehr positiv. Das promillefreie Reisen stoße auf „hohe Akzeptanz bei den Fahrgästen“, schildert Festerling. So werden monatlich nur etwa 400Vertragsstrafen verhängt – bei mehr als 80 000 Fahrgästen pro Tag. „Und wenn ein Verstoß vorliegt, folgt in der Regel die sofortige Einsicht.“

Die Motivation zur sozialen Kontrolle und zivilcouragiertem Verhalten sei durch den Konsens unter den Fahrgästen, dass Alkohol im Zug geächtet ist, gestiegen. Zudem erhöhe sich das subjektive Sicherheitsgefühl durch die gestiegene Präsenz des Sicherheitspersonals.

Auch die allermeisten Fußballfans akzeptieren das Alkoholverbot. Probleme gebe es lediglich mit Vertretern der Kategorie C, einer eher gewaltbereiten Klientel. Unter ihnen sei „keine Einsicht vorhanden. Im Gegenteil, diese Fahrgäste verhalten sich zum Teil konspirativ und suchen die Konfrontation“, bedauert Festerling. Hier werde Metronom künftig noch enger mit der Bundes- und Landespolizei zusammenarbeiten.

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