Algerier soll Frauen sexuell belästigt haben / Neue Landeszahlen

Übergriffe in einer Uelzener Kneipe

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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius berichtete heute im Landtag über die Sicherheitslage.

Uelzen/Hannover. „Hinsehen, konsequent handeln, aber bitte nicht hyperventilieren“ – diese Marschroute hat heute Innenminister Boris Pistorius im Niedersächsischen Landtag mit Blick auf die aktuellen Diskussionen über Flüchtlings- und Ausländerkriminialität ausgegeben.

Pistorius unterrichtete die Landespolitiker über die aktuelle Sicherheitslage in Niedersachsen. „Wir haben Grund zur Wachsamkeit, wir haben in mehreren Fällen auch Grund zum Einschreiten, aber wir haben gerade in Niedersachsen aktuell keinen Grund zur Panik und Flüchtlinge pauschal zu verdächtigen“, so der Innenminister.

Derweil sorgt in sozialen Netzwerken ein Vorfall am Wochenende in Uelzen für heftige Diskussionen. Ein algerischer Asylbewerber soll Sonnabendfrüh mehrere junge Besucherinnen einer Kneipe sexuell belästigt und sie auch angefasst haben. Die Polizei bestätigte erst heute offiziell, dass ihr mehrere Anzeigen vorliegen. Der Verdächtige, ein 27-jähriger Algerier, der in Uelzen untergebracht ist, gilt als Intensivtäter – er ist schon im gesamten Bundesgebiet als Straftäter aufgefallen, zumeist wegen Diebstahlsdelikten.

Laut Innenminister sind Niedersachsenweit im November und Dezember insgesamt knapp über 87.000 Straftaten gezählt worden. In 3060 dieser Fälle habe die Polizei Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt: „Das entspricht etwa 3,5 Prozent aller Fälle.“ Gleichzeitig mahnte der Minister zu einer sachlichen Debatte über kriminelle Asylsuchende.

Die Statistik bedeutete keinesfalls, dass Kriminalität von Flüchtlingen verharmlost werden dürfe, sagte Pistorius: „Aber die Zahlen zeigen auch, es kann überhaupt nicht die Rede davon sein, dass der Zuzug vieler Flüchtlinge nach Niedersachsen mit einer enormen Zunahme von Kriminalität verbunden wäre.“ Alles in allem könne er sagen, dass Niedersachsen ein sicheres Bundesland sei.

Von Thomas Mitzlaff

Ausführliche Hintergründe zu dem Vorfall in Uelzen stehen morgen in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

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