Psychiatrische Klinik hat Vorbehalte überwunden / Bau einer Tagesklinik ab 2015

Die Ängste sind abgebaut

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Pflegedienstleiterin Gerlind Kothe, Vereinsvorsitzender Edmund Bode und Geschäftsführer Kurt Spannig haben zum 50-jährigen Jubiläum von „Die Brücke“ einen Festakt samt Symposium und ein Brückenfest mit Vorträgen und buntem Programm vorbereitet. Foto: Baatani

Uelzen. Rund 4500 Personen behandelt und berät der Verein „Die Brücke“ jährlich in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg. In den nächsten Jahren wird die Zahl voraussichtlich weiter steigen, da 2015 ein Neubau für die Tagesklinik an der Alewinstraße entsteht.

Spätestens Anfang 2017 sollen dort 20 statt bisher zwölf Tagesklinikplätze belegt werden und ein Teil der Institutsambulanz dorthin ziehen.

Der größte Anteil der Patienten wird in der Psychiatrischen Klinik und der Institutsambulanz behandelt. Das berichten der Vereinsvorsitzende Edmund Bode, Geschäftsführer Kurt Spannig und Pflegedienstleitung Gerlind Kothe anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der „Brücke“. Bei einem Festakt und Symposium für geladene Gäste am nächsten Freitag sowie dem öffentlichen Brückenfest am Sonnabend, 13. September, ab 14 Uhr stellt sich der Verein bei der Klinik vor.

Seit der Vereinsgründung 1964 in Hamburg hat sich die psychiatrische Versorgung gewandelt. „Die Brücke“ realisierte in Häcklingen bei Lüneburg den Bau und Betrieb einer Psychiatrischen Klinik und prägte dabei die Entwicklung der sozial- und gemeindepsychiatrischen Reform in Deutschland, berichtet Spannig. Der Sozialpsychiatrische Dienst in Uelzen wurde 1976 als Modellprojekt ebenfalls zum bundesweiten Vorreiter. 2007 zog die Klinik nach Uelzen, und seitdem wurde zum stationären auch das ambulante Angebot weiterentwickelt. „Was uns ausmacht – im Gegensatz zu anderen Psychiatrischen Kliniken – ist, dass uns die beiden Säulen prägen“, erklärt Spannig.

„Die Triebfeder war für mich, die Klinik nach Uelzen zu verlegen“, zieht Bode Bilanz. So hätten Ängste abgebaut werden können, denn Uelzener hätten anfangs befürchtet, dass es sich herumspreche, wenn sie sich in einer Psychiatrie vor Ort behandeln lassen. Doch durch die offene Bauweise, die Kooperation mit anderen Kliniken und Unternehmen und zum Beispiel in der Gesellschaft immer häufiger auftretende Burn-out-Erkrankungen sei von einem Stigma nichts mehr zu spüren, erklären sie. Auch deshalb wolle „Die Brücke“ orts- und familiennah sein. Dazu gehört als einer der neuesten Erfolge der Bau der Tagesklinik in Dannenberg, die 2013 eröffnet wurde. Somit sei der ländliche Raum ebenfalls versorgt, betont Gerlind Kothe.

Von Diane Baatani

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