Anstieg in 2013 um 9,8 Prozent / Riggert: An Preisschraube wird weiter gedreht

Äcker immer teurer

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Die Kartoffelrodung unter anderem auf den Feldern von Karsten Ellenberg in Barum läuft derzeit auf Hochtouren. Fallen die Erträge und Gewinne gut aus, steigen die Preise für die Böden weiter.

Uelzen/Landkreis. Die Landwirte müssen zunehmend mehr Pacht zahlen oder beim Ankauf von Flächen größere Summen auf den Tisch legen.

Wie aus dem Grundstücksmarktbericht zum laufenden Jahr für den Landkreis Uelzen hervorgeht, stiegen die Preise für Nutzflächen im Vergleich zu 2012 um 9,8 Prozent. Bei den Grünlandpreisen ist ein Plus von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Raum Lüneburg, der den Bericht herausgab, bilanziert: „Die Preise der landwirtschaftlichen Nutzflächen haben sich damit im Landkreis wie schon in den vergangenen Jahren weiter positiv entwickelt. “.

Kreislandwirt Thorsten Riggert und seine Kollegen können aus ihrer Sicht nur schwerlich etwas Positives an dieser Entwicklung entdecken. Der Kreislandwirt hält es für wahrscheinlich, dass auch in den kommenden Jahren an der Preisschraube für Flächen sowie für Pachten gedreht wird. Die gestiegenen Preise und Pachten seien unter anderem auf die gestiegenen Einnahmen bei der Ernte zurückzuführen. Heißt: Erzielen die Landwirte höhere Gewinne durch steigende Preise für Erntefrüchte, verlangen auch Verkäufer von Flächen oder Verpächter mehr für den Hektar. Und Riggert weiß: „Ein Preiseinbruch bei den Erntefrüchten ist zu erwarten.“ In diesem Jahr seien die erzielten Preise für Getreide, Raps, Mais gut gewesen, sodass mit einem weiteren Anstieg von Bodenpreisen zu rechnen sei. In dieser Saison lediglich Sorgen bereite die Zuckerrübe, die nicht so üppig wuchs wie im vergangenen Jahr. Die Zuckerrübenkampagne beginne aus diesem Grund auch erst Ende September.

Noch sieht Thorsten Riggert nicht den Punkt erreicht, dass durch die gestiegenen Pachten und Grundstückspreise Höfe dazu gezwungen werden, über eine Aufgabe der Betriebe nachzudenken. Als bedeutenderen Grund für das Höfesterben sieht der Kreislandwirt kaum noch zu erfüllende gesetzliche Vorgaben, die von der Politik erlassen werden. Als Beispiel nennt Riggert die Umstellung auf die Gruppenhaltung in der Schweinezucht. Dabei dürfen die trächtigen Sauen nicht mehr vor und nach dem Abferkeltermin in so genannten Kastenständen gehalten werden – für die Landwirte bedeutete die Umstellung Kosten für mögliche Umbauten.

Von Norman Reuter

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