Psychologin Heike Frigger übt mit Patienten Meditationen / Vortrag in Klinik

Achtsam gegen Stress

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Wenn man sich in Gedankenketten zu verlieren droht, helfen Achtsamkeitsübungen. Wie das funktioniert, erklärt Psychologin Heike Frigger morgen in der Psychiatrischen Klinik in Uelzen.

Uelzen. Stress reduzieren – darum geht es heute um 18 Uhr in der Psychiatrischen Klinik in Uelzen.

Tagsüber veranstaltet die Klinik für ihre Mitarbeiter einen Gesundheitstag, abends um 18 Uhr erläutert Psychologin Heike Frigger in einem öffentlichen Vortrag über Achtsamkeit für alle Interessierten Methoden zum Umgang mit Stress. Der Eintritt ist frei.

„Achtsamkeitsübungen sind für jeden geeignet, der mit seinem Alltagsstress so umgehen möchte, dass er nicht krank wird“, erklärt Heike Frigger. Insbesondere eigne sich die Methode bei Schlafstörungen, Depression und Ängsten, Burn-out sowie zum Umgang mit chronischen Erkrankungen etwa bei Diabetes, Multiple Sklerose und Krebs. Daher üben auch Patienten der Psychiatrischen Klinik diese Methode über Körperwahrnehmung, an Yoga angelehnte Übungen sowie Gehmeditationen und achtsames Sehen und Essen.

Entwickelt wurden die Übungen in den 80er Jahren von einem emeritierten Professor, Jon Kabat-Zinn, in Worcester in den USA und seither stetig weiterentwickelt, berichtet Heike Frigger, die eine auf der Station für Psychosomatik und Psychotherapie arbeitet und sich im Bereich „achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung“ weiterbildet.

Nach Kabat-Zinn bedeute Achtsamkeit, aufmerksam, bewusst, im gegenwärtigen Augenblick zu sein, ohne zu werten. „Diese Momente kennen wir alle und sie entstehen eher zufällig“, erklärt die Psychologin. „Es geht darum, eher wahrzunehmen, wann man sich zum Beispiel in Gedankenketten zu verlieren droht und in Anspannung gerät, und in der Lage zu sein, dies zu akzeptieren und wenn möglich zu verändern.“ Das lasse sich auch im Alltag anwenden – „bei allem, was Sie tun, denken und fühlen, können Sie achtsam sein. Beim Essen, sich unterhalten, Wäsche waschen, Auto fahren“, nennt sie Beispiele. Falsch machen kann man dabei eigentlich nichts, weiß die Psychologin, „außer zu achtsam sein zu wollen und sich unter Druck zu setzen.“

Es werden zahlreiche Methoden zur Stressbewältigung angeboten, von Autogenem Training über Yoga bis zu den Sieben Tibetern. Was wirklich hilft, müsse jeder für sich selbst herausfinden, erklärt sie im AZ-Gespräch. „Am Ansatz der achtsamkeitsbasierten Stressbewältigung, welche auch eine milde Yoga-Praxis beinhaltet, überzeugt mich, dass sie explizit die Wahrnehmungsfähigkeit schult und auf eine direkte Weise anleitet, angemessen und bewusst zu reagieren.“ Durch Achtsamkeit lasse sich zwischen Stressauslöser und der Stressreaktion ein Raum schaffen. Somit werde der Stresskreislauf durchbrochen und eine kreative Entscheidung getroffen.

Von Diane Baatani

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