Klasse des Herzog-Ernst-Gymnasium beschäftigte sich für einen Schülerwettbewerb mit Facebook

Achtklässler im „größten Land der Welt“

Für jeden gibt es ein Jugendbuch: Die Schüler der Klasse 8 A vom Herzog-Ernst-Gymnasium freuen sich über ihre Preise aus dem Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung. Foto: Baatani

Uelzen. Sie sind fast ständig „on“, die Schüler der Klasse 8 A vom Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG). Per Handy oder auch mit dem Rechner sind viele Jugendliche aus der Klasse den gesamten Tag auf der Internetplattform Facebook erreichbar.

Zwischen fünf Minuten und drei Stunden verbringen sie aktiv auf der Seite, surfen, chatten, pflegen ihre Kontakte. Und obwohl die Notebook-Klasse des HEG sich schon gut mit sozialen Netzwerken auskennt, haben sie bei einem Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung selbst noch viel dazu gelernt.

Mit dem Thema „Deine Visitenkarte im Netz“ haben sie an dem Preisausschreiben teilgenommen und erhalten nun zur Belohnung pro Schüler ein Jugendbuch. Fast 50 000 Jugendliche aus den fünften bis elften Jahrgangsstufen in Deutschland und Österreich haben sich an dem Schülerwettbewerb zur politischen Bildung 2011 beteiligt. Eine Jury aus Fachlehrkräften und Mitarbeitern von Kultusministerien hat rund 2500 Arbeiten ausgewertet. Der Wettbewerb soll wichtige Themen in die Schulen hineintragen, methodische Anstöße geben und so die Arbeit der Lehrer unterstützen.

Die Uelzener Klasse setzte sich seit Anfang November vergangenen Jahres mit sozialen Netzwerken wie Facebook auseinander und klärte in einer bebilderten Dokumentation über die Projektarbeit sowie Vor- und Nachteile sozialer Netzwerke auf. „Der Wettbewerb war für uns ein besonderer Anspruch, da wir eine Notebook-Klasse sind“, erläutert der Achtklässler Nils, „das Thema war nicht so fremd für uns“. Sich bei Facebook einloggen, recherchieren und sich informieren, gehörte dazu.

In einem Gespräch mit dem Creative Director André Sternberg aus Hamburg hat sich die Klasse über die Hintergründe von Facebook erkundigt und anschließend eine Informationsveranstaltung für die Mitschüler des HEG organisiert. „Facebook ist das größte Land auf der Welt“, ist dem Klassenkameraden Lennart daraufhin bewusst geworden. Man kann das soziale Netzwerk für das Berufsleben nutzen und auf diese Weise Kontakte mit anderen Personen halten, weiß nun Nils. Andererseits müsse der Nutzer auch vorsichtig sein mit Fotos und privaten Informationen. Der Hinweis von Sternberg, dass eine Bewerberin zum Beispiel aus einem Verfahren ausgeschieden sei, da sie Fotos online gestellt hatte, die sie im betrunkenen Zustand zeigten, ließ die Jugendlichen aufhorchen. Marvin aus der 8A zum Beispiel hat ohnehin bislang auf das Hochladen von Fotos im Internet verzichtet. Seiner Mitschülerin Larissa hingegen ist durch die Projektarbeit deutlich geworden, „was man unbewusst über sich preis gibt“, sagt sie. Die Jugendliche und einige weitere Klassenkameraden haben daraufhin ihre Einstellungen zur Privatsphäre so angepasst, dass sie nach außen hin weniger von sich persönlich preisgeben.

Aber auch andere Dinge haben die Schüler in der Projektarbeit gelernt, sagen sie. „Dass wir alles alleine machen mussten, hat die Klassengemeinschaft gestärkt“, berichtet Marie-Luise. Und der Vortrag des erarbeiteten Themas vor den Schülern des HEG habe sie ebenfalls vorangebracht. Eine positive Rückmeldung von den Mitschülern habe ihnen gezeigt, dass sich die Mühe gelohnt hat, sagt Daniel zufrieden.

Von Diane Baatani

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