Abwasserzweckverband: Bürgermeister von Uelzen und der Samtgemeinde Suderburg unterzeichnen Vertrag

Vereint in die Zukunft

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Dietmar Kahrs, Leiter der Stadtentwässerung Uelzen, Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt, Rüdiger Lilje, Bauamtsleiter Suderburg, und Suderburgs Bürgermeister Thomas Schulz (v.l.).

Uelzen. Die Stadtentwässerung Uelzen und die Samtgemeinde Suderburg gründen zum 1. Januar kommenden Jahres einen gemeinsamen Abwasserzweckverband.

Dies haben gestern Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt und sein Suderburger Amtskollege Thomas Schulz mit ihren Unterschriften unter dem entsprechenden Vertrag offiziell vereinbart. Die hierfür notwendigen Beschlüsse hatten die politischen Gremien der beteiligten Kommunen im Vorfeld gefasst.

Die Gründung eines solchen Verbandes unter dem Oberthema „Interkommunale Zusammenarbeit“ habe sich über viele Jahre hingezogen, so Markwardt. Und Schulz ergänzte: „Wir freuen uns über das Zustandekommen. Ziel, so beide Politiker übereinstimmend, sei ein Komplettverband aller Kommunen im Landkreis.

Aber zunächst wird der Abwasserzweckverband für 41 000 Einwohner zuständig sein, vier Kläranlagen in Uelzen, Suderburg, Eimke und Gerdau einschließen und 428 Kilometer Kanalnetz sowie 70 Pumpwerke betreiben. Sofern sich alle weiter als wirtschaftlich erweisen.

Die Gründung eines Abwasserzweckverbandes ist aus Sicht der Beteiligten eine zukunftsweisende Entscheidung. Zwar sei eine Studie in der Sache zu dem Schluss gekommen, dass es keinen unmittelbaren finanziellen Handlungsdruck gebe, einen Zweckverband aber mittelfristig empfohlen.

Interessant machten den Zweckverband insbesondere Synergieeffekte. So könne beispielsweise das Personal für den Bereitschaftsdienst zentral vorgehalten werden, die Personalsituation insgesamt verbessert werden und künftige Investitionen zur Abwasserentsorgung leichter und durch größere Ausschreibungsvolumen kostengünstiger umgesetzt werden.

Wichtig war es gestern allen Beteiligten zu betonen, dass die Gründung des Abwasserzweckverbandes keine Auswirkungen auf die Abwassergebühren habe.

Die Preise sind in Uelzen seit 1998 stabil, im vergangenen Jahr sogar leicht gesunken. In Suderburg gab es jüngst eine saftige Erhöhung, allerdings unabhängig von der Gründung des Verbandes aufgrund von anstehenden Sanierungen des Kanalsystems. Und wenigstens bis zur Angleichung des Sanierungsstandes erfolge die Gebührenkalkulation weiterhin getrennt.

Falls die Gebühren für Abwasser in Uelzen in der Zukunft steigen sollten, so der Leiter des Uelzener Eigenbetriebes Stadtentwässerung Dietmar Kahrs, dann eher aufgrund von politischen Entscheidungen wie der Einführung einer vierten Klärungsstufe – nicht jedoch als negativer Effekt des Abwasserzweckverbandes.

Im Gegenteil: Wir sehen den Abwasserzweckverband als geeignetes Instrument, die Abwassergebühren mittelfristig stabil zu halten, aber auch gleichzeitig den Aufgaben im Umwelt- und Gewässerschutz gerecht zu werden“, sind sich die kommunalen Partner einig.

Der gestern beschlossenen Kooperation könnten in den nächsten Jahren weitere Kommunen aus dem Landkreis Uelzen beitreten. Interesse habe zum Beispiel die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf bereits bekundet.

Von Steffen Kahl

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