Verband will Arbeit auf eigene Friedhöfe konzentrieren

Absage fürs Stadtforst-Projekt

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Alminus Bleeker und sein Friedhofsverband wollen ab kommendem Jahr den alten Teil des Uelzener Friedhofs für waldähnliche Bestattungen frei geben. Foto:  Bräutigam

Uelzen. Sollte die Stadt Uelzen sich dafür entscheiden, Bestattungen an Bäumen im Stadtwald anzubieten, wird dies nicht gemeinsam mit dem Friedhofsverband Uelzen geschehen.

„Wir haben der Stadt unsere Entscheidung mitgeteilt, dass wir als Betreiber nicht zur Verfügung stehen“, erklärt Friedhofsverwalter Andreas Sterneck gestern im AZ-Gespräch. Die Gründe für diese Entscheidung liegen für den Friedhofsverband auf der Hand: „Die Kosten wären zu hoch, Bestattungen wären vermutlich zu wenig und wir bräuchten eine weitere Kraft dafür“, fasst Alminus Bleeker, Vorsitzender des Friedhofsverbands, zusammen.

Man habe sich im Vorfeld umfassend über das Für und Wider informiert, sagen die beiden. „Aber das wäre ein reines Zuschussgeschäft. Wir müssten mit allem in Vorleistung gehen und wüssten nicht, wie es sich entwickelt“, so Sterneck. Unter anderem müsste man ein System anschaffen, um via GPS die Bäume zu kartieren und überdies eine Pacht an die Stadt zahlen, ergänzt Bleeker. Gleichzeitig müsse man auch die bestehenden Friedhöfe weiter bewirtschaften. Neben dem Uelzener Friedhof hat der kirchliche Verband auch die Trägerschaft für die Friedhöfe in Veerßen, Oldenstadt und Groß Liedern.

Dass sich der Friedhofsverband dem Stadtforst-Projekt verwehrt, bedeutet aber nicht, dass er sich grundsätzlich gegen neue Bestattungsarten sträubt. Im Gegenteil: Ab Anfang kommenden Jahres wird der alte, teils mit alten Bäumen bestandene Teil des Uelzener Friedhofs für waldähnliche Bestattungen freigegeben, kündigen Sterneck und Bleeker an. Hier wurde in den vergangenen 200 Jahren niemand mehr bestattet.

„Wir müssen und wollen uns öffnen, werden Satzungen lockern und den Bürgern alternative Bestattungsarten anbieten“, sagt Andreas Sterneck. Auch Beisetzungen in einer eigens dafür angelegten Heidelandschaft werden daher ab dem Jahr 2014 in Uelzen möglich sein.

Dennoch weiß er: „Einen richtigen Waldcharakter können wir zwar nicht schaffen. Dafür aber haben wir hier eine Infrastruktur mit Wegen, die auch im Winter geräumt sind, oder einer Kapelle. Dies wird es im Wald nicht geben.“

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