HEG-Eltern empört über Ausschluss / Schulleitung verweist auf Sicherheitsfragen

Abi-Fest am HEG: Eltern müssen vor der Tür bleiben

Uelzen. Es ist per se ein Tag, der nicht ohne Emotionen auskommt. Bei der Bekanntgabe der Abiturnoten am Uelzener Herzog-Ernst-Gymnasium gestern flossen jedoch nicht nur Tränen der Freude und Enttäuschung über die Ergebnisse – Teile der Elternschaft verspürten vor allem Wut im Bauch.

Anders als in den Vorjahren durften die Eltern der Abschlussklassen nicht an der Veranstaltung teilnehmen, mit der sich die Abiturienten traditionell am Tag der Notenvergabe von ihrer Schule verabschieden. Weil Väter und Mütter darüber aber nicht informiert worden seien, hätten sich etwa 50 auf den Weg zur Veranstaltung gemacht, hieß es gestern aus der Elternschaft. Einlass sei ihnen nicht gewährt worden. Simone Drögemüller, Mutter einer Abiturientin, berichtet, dass Lehrer abgestellt worden seien, um die Türen zu bewachen, damit sich nicht doch noch Eltern Zutritt verschaffen. Der Versuch, mit der Schulleitung ins Gespräch zu kommen, um noch teilnehmen zu können, sei gescheitert. „Das fühlt sich alles nicht gut an“, sagt Drögemüller.

Die Schulleiterin Gabriele Diedrich erklärt, dass aus Sicherheitsgründen in diesem Jahr erstmals die Eltern nicht eingeladen wurden. Die Größe der Turnhalle, in der die Veranstaltung stattfindet, erlaube nur eine bestimmte Besucherzahl. In den vergangenen Jahren seien aus diesem Grund Klassenstufen nicht eingeladen worden, damit Eltern teilnehmen konnten.

„Aber es ist eine Schulveranstaltung von Schülern für Schüler“, sagt Diedrich. Aus diesem Grund sei bereits im April mit dem Schulelternrat besprochen worden, künftig anders zu verfahren. Es seien die Schüler und der Elternrat informiert worden.

Martin Groffmann, Vorsitzender des HEG-Elternrates, vermag die Aufregung nicht nachzuvollziehen. Der Elternrat habe sich dafür ausgesprochen, dass die Veranstaltung für Schüler angeboten werden solle, und der Platz erlaube nicht, dass zusätzlich noch Eltern in der Halle sind. „Was ist, wenn etwas passiert?“, fragt er. Außerdem könnten die Eltern an der noch anstehenden Schulentlassungsfeier und auch am Abi-Ball teilnehmen. Was die Informationsweitergabe betrifft, so seien alle Elternratsmitglieder angeschrieben worden. „Außerdem wussten die Schüler Bescheid. Da gehe ich von einer Weitergabe aus“, so Groffmann.

Diedrich bedauert, dass es zu diesem „unschönen Vorfall“ mit den Eltern gekommen sei. Von Wachen könne nicht die Rede sein. An der Regel, dass Eltern nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen können, will sie festhalten. Der Vater eines Abiturienten, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, hält das für falsch. Er bringt noch einmal Emotionen ins Spiel: „Bei der Einschulung waren wir dabei, und an diesem Tag sollen wir nicht dabei sein! Das ist doch der wichtigste Tag für unsere Kinder.“

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare