A 39: Warten auf neue Nutzen-Analyse

40 000 Fahrzeuge pro Tag

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Baubeginn für die A 39 könnte im Jahr 2017 sein.

Uelzen. Offizielle Antworten zum Planungsstand der Autobahn 39 (Lüneburg-Wolfsburg) lassen oftmals viel Spielraum für Interpretationen.

Oder anders gesagt: Sowohl Gegner als auch Befürworter picken sich die Rosinen für ihre Argumentation heraus und sehen sich in ihrer Auffassung bestätigt. So ist es auch nach den jüngsten Antworten aus dem Bundesverkehrsministerium auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Grüne zum Thema A 39.

Während der Dachverband der Autobahngegner die Chancen einer Realisierung für das Straßenprojekt weiter schwinden sieht (AZ berichtete), hat die Autobahn 39 nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg an Bedeutung gewonnen.

Aktuell geht das Bundesverkehrsministerium davon aus, dass im Jahr 2030 auf der A 39 rund 40 000 Fahrzeuge täglich zwischen Uelzen, Wittingen und Wolfsburg unterwegs sein würden, im Raum Lüneburg sogar 72 000. Die Kosten für das Bauprojekt beziffert das Ministerium auf rund 1,1 Milliarden Euro. „Die Zahlen unterstreichen den dringenden Bedarf für den von uns seit vielen Jahren geforderten Lückenschluss“, sagt der Lüneburger IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.

Der Umstand, dass die Planfeststellungsbeschlüsse der Abschnitte 1 (Lüneburg Richtung Uelzen) und 7 (Wolfsburg Richtung Ehra-Lessien) wohl erst Ende 2016 vorliegen werden, irritiert die IHK-Verantwortlichen nicht: „Gründlichkeit geht vor Geschwindigkeit“, unterstützt Zeinert vielmehr die umfassende Prüfung durch die Landesbehörde für Straßenbau. Besser sei es, „die Beschlüsse erst ein Jahr später zu haben, als dass sie in einem anschließenden Verwaltungsgerichtsverfahren kassiert werden“.

Zuversichtlich stimmt aus Sicht der IHK auch, dass die Bundesregierung keine gravierenden Beeinträchtigungen von FFH-Schutzgebieten erwartet. Solche Probleme seien „voraussichtlich auszuschließen“, heißt es in der Antwort aus dem Verkehrsministerium.

Nächste wichtige Hürde für den Lückenschluss der Autobahn 39 ist nunmehr eine neue Kosten-Nutzen-Analyse für die Trasse, die im Spätsommer 2015 vorliegen soll. Werden alle Klippen umschifft, könnte bei Lüneburg Baubeginn im Jahr 2017 sein.

Von Thomas Mitzlaff

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