Die 40-Liter-Tonne kommt

Bislang ist die 80-Liter-Tonne der kleinste Restmüllbehälter im Kreis Uelzen. Im kommenden Jahr will der Abfallwirtschaftsbetrieb nun auch 40-Liter-Tonnen einführen.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Seit Jahren wird sie von vielen Haushalten im Landkreis Uelzen gefordert, nun wird der Abfallwirtschaftbetrieb (AWB) sie einführen: Voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2011 soll kreisweit die 40-Liter-Restmülltonne angeboten werden. Damit reagiert der AWB auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg. Dieses hat der Klage eines Suderburger Ferienhaus-Besitzers Recht gegeben und angeordnet, dass der AWB seine Abfallsatzung ändern und Tonnen mit geringerem Volumen einführen muss (AZ berichtete). Bislang fasst der kleinste Restmüllbehälter 80 Liter.

„Wir bereiten gerade die Gebührenkalkulation und den Satzungsentwurf vor“, sagt AWB-Leiterin Renate König. Ende Januar soll der Werksausschuss für Abfallwirtschaft darüber öffentlich beraten, die Entscheidung trifft danach der Kreistag. Zu den voraussichtlichen Gebühren für die so genannte Single-Tonne kann König aber noch nichts sagen. Möglicherweise werde auch der Abfuhr-Rhythmus von zwei auf vier Wochen ausgedehnt. Auch darüber müsse nun die Kreispolitik beraten.

König geht davon aus, dass etwa 20 Prozent der Haushalte im Landkreis eine 40-Liter-Tonne wünschen. Hier gibt es derzeit rund 32 000 Restabfallbehälter – in den Größen 80, 120, 240, 660 und 1100 Liter. „Eigentlich wollten wir die 40-Liter-Tonne nicht zu diesem Zeitpunkt einführen, sondern erst 2012“, gibt König zu. „Wir müssen aber sofort reagieren, weil uns das Gericht das so vorschreibt. Doch damit können wir leben.“

Wie berichtet, hatte der Eigentümer des Suderburger Ferienhauses gegen zwei Müllgebühren-Bescheide des AWB von 2008 und 2009 geklagt und Recht bekommen. Bis zum 30. Juni 2008 hatte der Landkreis in dem Gebiet am Wehrbrink Restmüll-Großbehälter aufgestellt, die von den Eigentümern der Häuser gemeinsam genutzt wurden. Dann wurde die Abfallsatzung geändert. Die Ferienhäuser in der Siedlung des Klägers erhielten fortan Einzelmüllbehälter – der kleinste von ihnen hatte ein Volumen von 80 Litern.

Der Hauseigentümer machte daraufhin vor Gericht geltend, dass er mit dieser Tonnengröße überversorgt sei. Für ihn reiche ein 10-Liter-Behälter aus, der nur alle vier Wochen und in den Wintermonaten gar nicht geleert werden müsse. Dieser Auffassung folgte das Verwaltungsgericht bedingt. Die aktuelle Satzung des AWB biete „keinen Anreiz, Abfallmengen gering zu halten“, heißt es in dem Urteil vom September dieses Jahres.

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